Category Archives: Essen & Trinken

Allgemein Auswärts Essen & Trinken

„Komm ein bisschen mit nach Italien“ Teil 2

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Tritt man wieder hinaus ans Tageslicht fällt einem vielleicht das Brummen eines Wasserflugzeuges auf, das seine Runden über dem Comer See zieht. An Bord, so sagt man uns, seien oft Oligarchen, die auf diesem luftigen Weg mögliche Immobilien besichtigen. Und vielleicht werfen sie auch einmal einen Blick auf das Anwesen von George Clooney, in dessen an den See grenzenden Villa Teile von OCEAN 11 gedreht wurden. Die Letzte von Mr. Clooney hätte die Immobilie wohl gern verkauft. Aber das ist jetzt vorbei. Er hat jetzt eine neue. Die ist die Aktuelle, mit der er kürzlich vor den Traualtar trat. Sie hat sich zu einem möglichen Verkauf der Immobilie bislang noch nicht geäußert.  Die Villa gehört also nach wie vor dem Star.

Aber auch der Normalsterbliche kann Villen besichtigen. Dafür sollte er sich am besten auf eines der Schiffe begeben, die am Südufer gleich vor dem Piazza Cavour regelmäßig ablegen. So eine Seefahrt ist nicht nur lustig, sondern sie zeigt einem die Landschaft von einer völlig neuen, nämlich der Wasser-Seite. Und man wird sich bei all dem, was man da am Ufer an hochherrschaftlichen Anwesen zu sehen bekommt, nicht schämen, wenn man da doch ein bisschen neidisch wird. Geschenkt. Jedenfalls gehört eine solche Seefahrt unbedingt dazu, will man den Comer See von seiner schönsten Seite entdecken. Den Anblick der gutaussehenden Italiener, die sich selbstverliebt am Bug des Ausflugdampfers präsentieren, gibt’s für die Damen gratis dazu!

Fällt die Italientour auf das letzte Maiwochenende, sollte man am Sonntag unbedingt an der Schiffsanlegestelle Cernobbio von Bord gehen. Dort in der Nähe findet im Park der Villa d’Erba alljährlich ein Oldtimertreff allererster Güte statt. Das Event nennt sich ‚Concorso d’Eleganza‘.
Von BMW gesponsert, findet man dort das Beste vom Besten. Einundfünfzig Fahrzeuge sind es wieder in diesem Jahr gewesen. Die reichsten Sammler der ganzen Welt wetteifern darum, ihre Automobilpretiosen präsentieren zu dürfen, wie etwa jener Schönheitschirurg aus Beverly Hills, dessen Maserati vom Restaurieren allerdings deutlich mehr profitiert hatte als seine Gattin. Nicht genug. Dieses Jahr war z.B. auch ein Jaguar XK 120 mit Plexiglaskuppel zu besichtigen, der 1953 mit 277 Km einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt hatte. Sinnvollerweise hatte der heutige Besitzer auch noch gleich Mister Norman Dewis, den damaligen Recordfahrer, mitgebracht. Der Herr ist beachtlich 94 Jahre alt, und wie er da so mit Fliege im Schatten sitzt und vergnügt an einem Sandwich mümmelt, könnte man meinen, es ginge gleich wieder los. Daneben döst hinter seinem Ferrari ein eleganter Herr auf einem Campingstühlchen. Er wird keine Angst haben, dass ihm seine 12 Zylinder abhanden kommen. Beim Starten des Motors würden ihn das Bellen und die Abgase vom Campingsessel blasen.

Doch zurück ins Stadtzentrum. Dort sollte man noch auf einen Bissen bei ‚Vesini‘ in der Via F. Ballerini 9 vorbeischauen. Dessen Käsetheke ist eine Sünde, ach was, ein ganzer Beichtstuhl wert. Verwöhnt und gestärkt, gilt es langsam Abschied zu nehmen von Como. Wer jetzt noch nicht genug hat, für den bietet sich auf dem Heimweg, gleich hinter der italienisch-schweizerischen Grenze, noch der Besuch im Outlet Centre in Mendrisio an. Auch dort ein Superlativ. Das Outlet hat so gar nichts vom Image eines Billigheimer Marktes. Markenmäßig versammelt ist dort alles, was Rang und Namen hat. Dort werden die Jäger der günstigen Gelegenheit stilvoll auf ihre Kosten kommen. Versprochen.

In Vatis VW Käfer wäre allerdings kein Platz mehr für derartige Schnäppchen gewesen. Das Zelt mit seinen Stangen hätte zuviel Platz gebraucht…

Allgemein Essen & Trinken

Hundstage

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FullSizeRenderWie ein Pfälzer Eismann unseren Vierbeinern den Sommer verschönert

Weltoffen und heimatverbunden, so lässt sich am ehesten das umschreiben, was wir hier jetzt mal ungeschützt als unsere Sicht auf die Dinge der Welt nennen. Da trifft es sich ganz gut, dass wir eben lesen, dass vor nicht allzu langer Zeit in der lieblichen Pfalz, in Birkenfeld, ein innovativer Eisdielenbesitzer mit einem „Leberwurst-Eis“ auf sich aufmerksam macht.

Dies muss ganz besonders gewürdigt werden, denn außer der Erfindung des Buchdrucks 1450 durch den Mainzer Johannes Gutenberg, konnte die Pfalz – wie manche meinen – mit keiner weiteren bedeutenden Erfindung in Verbindung gebracht werden. Und jetzt das: ein Leberwurst-Eis!

Nun sollte man für die Schleckermäulchen unter unseren Lesern freilich anfügen, dass diese köstliche Masse ihre Konsistenz zwar dem Inneren einer Leberwurst verdankt, die Form hingegen keineswegs einer solchen ähnelt. Nach guter alter Väter Sitte kommt die Kreation als die uns allen vertraute Eiskugel über die Ladentheke. Das ist wichtig, denn wie sonst sollten die Pfälzer Hunde diese Sommerköstlichkeit auch akzeptieren?

Denn ausschließlich für diese ist sie ja gedacht. „Es kommt sehr gut an“, sagt der Erfinder  dieser Geschmacksgranate. Vor allem an heißen Tagen, wenn Herrchen oder Frauchen zur Eisdiele eilen, bekam Struppi bislang nur dann etwas ab, wenn ärgerlicherweise z.B. eine Kugel ‚Strachiatella’ aus der Tüte auf die fruchtbare Pfälzer Erde fiel.

Das hat sich jetzt geändert, dank des Pfälzer Erfinders Marco Vazzola, der natürlich, wie sich’s für einen richtigen Eismann gehört, aus Italien kommt.

Allgemein Essen & Trinken Kultur

Das flüchtige Glück

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In Baden-Baden: Rauchzeichen an der Oos

Nicht auszuschließen, dass kürzlich jemand gesehen hat, wie überm ‚Atlantik’ Rauch aufsteigt. Das wäre an jenem Abend gewesen, an dem in Baden-Baden das Zigarrengeschäft Barbarino zur – nun ja, man kann es so sagen – Verkostung von Zigarren ins gleichnamige Hotel geladen hat.

Der Rahmen, in dem das Event stattfindet, ist irgendwie englisch, eine Art Herrenzimmer. Das Ganze also überaus passend. Der Raum präsentiert sich distinguiert; an den Wänden aus getäfeltem Holz hängen Ölgemälde. Es ist, als blickten Ahnen auf die hier Sitzenden herab, die, tief in ihren Lederfauteuils versunken, sich auf den nächsten Zug aus der Zigarre zu freuen scheinen.

Gabriele Peters ist seit zwei Jahren im Barbarino angestellt. Sie hat den Abend initiiert, eine Art diskretes Arrangement, mit dem sie den zunehmenden Trend zum Genussrauchen entschlossen befeuern will. In diesem Kreis hat das Rauchen von Zigaretten etwas zunehmend grundschichtiges. Vorbei die Zeit, da Oscar Wilde schrieb, die Zigarette sei der vollkommenste Ausdruck eines vollkommenen Genusses. „Sie ist köstlich und lässt unbefriedigt“, formulierte er. Doch es scheint, als hätte die Zigarre deren Platz eingenommen. „Mit Stil rauchen“, postuliert Gabriele Peters als Genussziel und schließt die Frauen erfreulicherweise gleich mal mit ein.

Denn je mehr die Zigarette verteufelt wird, desto mehr positioniert sich die dicke, große Schwester mit ihrem Deckblatt am ganz anderen Ende. Da beschäftigen einen ganz wichtige Themen wie etwa: wie schneidet man eine ‚Piramide’ an, eine ‚Torpedo’ oder gar eine ‚Belicoso’? Und was macht man mit einem „Ringelschwänzchen“? Wie steuert man die Geschmacksintensität, wie das Zugverhalten?

Mehr als verständlich, dass man den gesetzlich vorgesehen Aufdruck auf den Zigarrenkisten („Rauchen erblindet“) mit großer Nachsicht übersieht. Allenfalls merkt man an, dass man froh ist, nicht noch vom Krebs befallene Organe aufs Auge bedrückt zu bekommen. Es ist der entschlossene Wille zum Genuss, der an diesem Abend das Auge lenkt. Allfällige Warnungen fallen da nicht mehr ins Gewicht. Man raucht in einer anderen Welt.

Wer sich an diesem Abend zu genussvollem Tun zusammenfindet versteht sich als Wertegemeinschaft, wie etwa diese zehn in einer Runde sitzende Herren, die sich so formlos wie eisern in regelmäßigen Abständen im Zeichen des Rauches treffen, und, befeuert vom eben diesem, die Weltlage oder weißgottwasnochsoanliegt erörtern und sich ansonsten weiteren Beitrittswünschen verweigern.

Immerhin treten sie an besagtem Abend vor eine kleine rauchende Öffentlichkeit, die eines der Mitglieder dann allerdings nutzt, sich engagiert dem dichterischen Schaffen Wilhelm Buschs zu widmen, in dem er dessen Verse zum Vortrag bringt. Ein kurzes Intermezzo, um sich danach umso lustvoller den Verführungen des Abends zu widmen. Z.B. einer ‚Casagrande’ aus Costa Rica oder etwa der ‚Per Domo’ aus Nicaragua, die, achtzehn Monate lang in ausgemusterten Bourbonfässern gelagert, das Recyceln von Wertstoffen als lust- und geschmacksvolle Erfahrung vermittelt.

Abgerundet wird das Ganze durch einen „97er und 98 Island Single Malt Scotch Whisky“, der, sitzend genommen, manch einer der älteren Genussjünger noch weiter in die Sessel rutschen lässt. Von hinten betrachtet erweckt das bisweilen den Eindruck, als würde der Rauch aus der Sessellehne kommen, kurz bevor er sich endgültig aufmacht, den Raum zu verlassen, ins Freie zu ziehen, um dann überm ‚Atlantik’ kurz stehen zu bleiben.  

Und manch einer blickt dem Kringel sinnierend nach, als schaute er zu, wie ein Traum sich in Rauch auflöst.

 

Allgemein Essen & Trinken Malen & Schnitzen

Das Salz in der Suppe Teil 1

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Vincent Klink. Ein ‚Lebe-Mann‘ im ARD Buffet.   

© SWR/Peter A Schmidt

Versucht man Vincent Klink näher zu kommen, erweist es sich als zweckmäßig, ihn im Fernsehen zu betrachten. Denn augenscheinlich hat er wenig Zeit. Zwei freundlich anfragende Mails blieben jedenfalls unbeantwortet. Davor hatte es noch den Versuch eine mündliche Anfrage gegeben. Sie zerschellte am entschlossenen Widerstand der schwäbischen Dame am Empfang.

Also kaum eine Chance, dem Überflieger auf den Kondensstreifen zu treten.

Und in der Tat ist Vincent Klink ein vielbeschäftigter Mann. Zunächst einmal  ist er seinem Hauptberuf  Chef des Stuttgarter Sternerestaurants „Wielandshöhe“. Daneben verfasst er, auf seinem Kochhügel thronend, essayistische Texte. Außerdem verlegt er Bücher. Weiter spielt er Basstrompete, ein „bisschen Konzertgitarre“ und  pflegt die Malerei. Aber auch dem Praktischen hat er’s.  Er vergräbt er sich in „Gartenarbeit“ und „Motorradbasteln“.

Ach ja: und dann ist er ja auch noch Fernsehkoch, die Tätigkeit, der er seine überregionale Bekanntheit verdankt.

Die Sendung, in der er auftritt, ist das „ARD Buffet“. Sie kommt live aus dem SWR Studio in Baden-Baden. Sie wird allwochentäglich ausgestrahlt, von 12.15 h bis 13 h,  und gleicht im mittlerweile zwanzigsten Jahr ihres Bestehens einem Dickschiff, das gemächlich und behaglich seine Bahn durch die Sendlandschaft zieht.

Ist das an sich schon bemerkenswert, so muss man konstatieren, dass das Wunder noch dadurch verstärkt wird, dass über eine so lange Zeit kaum inhaltliche Veränderungen zu konstatieren sind. So lebt die Sendung von Themen wie:  „Schubänkchen aus einem Schlitten“, „Pflanzliches für den Blutdruck“, „Schönes haltbares Herz zu Allerheiligen“ und natürlich immer wieder Kochen – das sind nur einige Höhepunkte eines auf Dauer angelegten Sendekonzeptes.  

Es hat den Anschein, als konzentrierte sich der Inhalt der Sendung im Wesentlichen auf den Sieg des Gewöhnlichen über das Unvorhersehbare.

Das muss an sich kein Fehler sein. In Zeiten großer sozialer Umbrüche hat es fast schon etwas Beruhigendes, wenn sich die Moderatoren mit festgezurrten Satzbausteinen a la: „Ich geh schon mal rüber“ oder „…was es damit auf sich hat, erfahren sie jetzt“ adrett durch die fünfundvierzig Minuten moderieren. Da weiß man, was man hat. Ohne Risiko, kaum Nebenwirkungen.

In der ersten Live-Sendung vor zwanzig Jahren war das noch anders.  Damals sorgte wenigstens der Totalausfall der Studiobeleuchtung für die unverhoffte Spannung. Heute wäre man schon dankbar, wenn vom selbstgebastelten Schlüsselbrettchen („Schlüsselablage aus Karton“) ein Schlüssel fiele. Ansonsten bleibt einem nur, staunend zu verfolgen, wie von einer Fachjury der Hühnerfleischanteil in Dosensuppen einer kritischen Würdigung unterzogen wird.

Damit sind aber auch schon einige der wenigen Höhepunkte umrissen,  durch die man der latent vorhandenen Gefahr entgeht, einfach wegzunicken. Doch Obacht, zweimal im Monat kommt es anders. Denn: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“ (Hölderlin).

Da bricht unvermittelt der Alltag ein in das aseptische Sendegewebe. Es kommt und kocht Vincent Klink.

Wer ihn noch nicht kennt, sollte sich ihn als eine schon optisch dem Genuß verpflichtete Gestalt vorstellen, mächtig an Gestalt und Wortmacht. Ginge man so weit, das ‚Buffet’ als ein ‚Flaggschiff’ des SWR zu klassifizieren, wäre es vielleicht angebracht, Vincent Klink als seine barock anmutende tiefschwäbische Gallionsfigur zu umschreiben. Anders als all die vielen anderen Gäste, deren Auftritte durch Vorsicht und Zurückhaltung geprägt sind, „schwätzt der, wie ihm d’r Schnabl g’wachse isch“, so eine Zuschauerin. Er ist es, der der Sendung Salz und Würze gibt.

Natürlich weiß er sich in Szene zu setzen. Er weiß um seine Wirkung, weiß, mit seinen Pfunden zu wuchern. Jedes der zahlreichen Fotos, die es von ihm gibt, trägt unausgesprochen die Botschaft eines sich im Urtümlichen gefallenden Individuums. Zupackend aber nicht unsensibel.

So auch heute….  

Demnächst Teil 2. Immer dranbleiben.

Allgemein Essen & Trinken Institutionen

Am Herd daheim Teil 2

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Vincent Klink. Ein ‚Lebe-Mann‘ im ARD Buffet

Bild: SWR/Peter A. Schmid

So auch heute. Da führt wieder einmal Evelin König durch das ‚Buffet‘. Auch sie dabei von Anfang an. Gut ausgebildet, moderiert sie überaus wohlerzogen und mit spitzen Fingern. Werden z.B., wie heute, Rösti zubereitet, deutet sie an, wie man sich deren ideale Konsistenz vorzustellen hat: „Außen knusprig, innen fluffig“.

Bevor sich aber der Zustand des Fluffigen einstellt, will uns der Koch vorher aber noch zeigen, wie Geschnetzeltes ‚geht’, ein Gericht, das vor allem dann auf den Tisch kommt, „wenn einem nix Besseres einfällt“. Noch schaut die Moderatorin freundlich, hofft aber, dass es möglichst bald fluffig wird.

Aber vorher will Vincent Klink erst noch über das Geschnetzelte reden, denn das Gute daran ist, belehrt er uns, dass das Fleisch auch dann schmeckt, wenn es nicht übermäßig viel taugt. Da es schon kleingeschnitten in die Pfanne kommt, sei es praktisch wie vorgekaut. Was natürlich auch an den Zwiebeln liegt. Ganz kleingeschnitten sollten sie sein wg der „Zwiebelbindung“. Hier fügt die Moderatorin noch ganz schnell an, dass man auf der sendungseigenen Facebookseite nachschauen kann, wie man die Zwiebeln so klein schneidet, „ohne dass man sich alle macht“. Das nennt man innerredaktionell wohl: ein Thema vertiefen.

Derweilen sitzen zwei irgendwie auch noch an der Sendung beteiligte junge Frauen am riesigen Esstisch und schauen gebannt auf den überaus wohlgenährten Koch, der sich selbst beiläufig als „pudelg’sund, dick und prima“ bezeichnet. Es ist offensichtlich: in dieser resopalglatten, weitgehend wohlerzogenen Sendung erinnert so einer wie Klink an den Gast, den man schaudernd, aber trotzdem immer wieder einlädt. Weil er halt so unterhaltend ist Wie er da so kocht, erinnert kaum etwas an seine übliche, hohe Küche in der ‚Wielandshöhe’.

Ganz im Ton seiner Haustelefonistin, macht er klare Ansagen. Sagt er da, was Sache ist; was am Herd geht und was man besser lässt. Ohne

©  SWR/Sonja Bell

Arroganz gibt’s da eine Lehrstunde für’s kochbegeisterte Volk. Nix mit Etepete; es wird bei ihm halt aus mal der Lameng gekocht.

Werbung für’s eigene Haus macht er nicht, allenfalls merkt er an, dass das Fett in seiner Profiküche halt spritzen darf, anders als bei seiner Frau daheim. Die nähme immer so eine Art Tennisschläger mit feinmaschiger Bespannung und lege diesen Spritzschutz über die Pfanne. Dann hätte sich das mit dem Spritzen auch erledigt.

Solche Töne sind heute leider selten geworden. Als einer der wenigen Charismatiker ist er einer, die in einem ansonsten ziemlich glattpolierten Programm seine Art noch ausleben darf. Dort, wo auch im ARD Buffet das Individuelle zugunsten des Glattpolierten aufgegeben wird. Wo Sicherheit vor Risiko geht.

Als man 1617 anlässlich eines großen gesellschaftlichen Anlasses die Ankunft des Sonnenkönigs Louis XIV. erwartete, waren zum Entsetzen des Hofkochs Francoise Vatel, einer der bedeutendsten Küchenmeister seiner Zeit, die Fische noch nicht eingetroffen. Da er das versprochene Gericht nicht pünktlich liefern konnte, stürzte er sich voller Verzweiflung – auch zum großen Bedauern des Königs – in sein Schwert.

Das wäre Vincent Klink nicht passiert. Er hätte gesagt: dann gibt’s halt Schnitzel.

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