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Dabei sein ist alles

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Haben wir Corona überwunden, sind wir dann auch von Karl Lauterbach geheilt?

Man wird nicht umhinkommen, Corona als eine – um es jetzt einmal abgegriffen zu formulieren – schlimmste Epidemie alle Zeiten zu bezeichnen, zumindest seit der Pest und der Spanischen Grippe. Beide sind nun ja schon ein ganzes Weilchen her. Aber wie jede einschneidende gesellschaftliche Veränderung, so bringt auch diese Epidemie neue Berufsbilder hervor. Die großen Pest des Mittelalters ging z.B. einher mit dem flächendeckende Auftauchen von Heilversprechern, die den Menschen in den meisten Fällen nur das Versprechen auf Heilung vorgaukelten.

Für diese ‚Fachleute‘ wäre die Seuche also durchaus eine Art Wirtstier gewesen. Sie tauchten auf im Schlepptau der Krankheit. War die Seuche dann endlich vorbei, die Toten tot oder die Über-lebenden geheilt, reduzierte sich auch die Anzahl dieser Heilversprecher auf ein gewisses, vertretbares Maß. Noch aber sind wir mitten in einer Pandemie.

So ist es mehr als verständlich, dass noch immer Karl Lauterbach seinem medialen Tun frönt. So recht weiß eigentlich keiner, welche Aufgabe er innerhalb der Hierarchie tatsächlich begleitet. Er sei, so wird immer wieder kolportiert ‚der Gesundheitsexperte der SPD‘, aber , herrjeh, davon  gibt es derzeit ja so viele. Da sollte man sich von anderen Gesundheitsexperten schon etwas unterscheiden. So  pflegt z.B. keiner wie er diesen leicht näselnden Tonfall, der, ohne Punkt und Komma, bandwurmartige Sätze hervorbringt, die sein Verkünder vielleicht schon morgen selbst zu revidieren sich gezwungen sieht. Dass er diese Richtungsänderung als Ausdruck seiner übergroßen Kompetenz („ich darf das“) gewertet wissen will, ist ein probates Stilmittel. Gerade in Zeiten wie diesen.

Karl Lauterbach noch vor der Krise

Dass er, völlig zu recht, die derzeitige Pandemie als eine Art Volkskrankheit ansieht, hätte man allerdings schon länger daraus ablesen können, dass Karl Lauterbach sein Markenzeichen, die Fliege, abgenommen hat. Seitdem ist er uns, dem Zuschauer, um eine Beträchtliches näher gekommen. Auch gestattet er sich in letzter Zeit, dass sein dünnes Haupthaar ungeordnet in die blasse Stirn fällt; auch hier der unterschwellige Hinweis, dass das gleich zu Verkündende zu wichtig sein wird, als dass der Überbringer der Botschaft sich mit der Pflege seines Haupthaares aufhalten sollte.

So vermittelt er den Eindruck des ewig Getriebenen, des Rastlosen, der in seinem tiefsten Inneren wahrscheinlich schon den Tag fürchtet, an dem Corona verschwunden sein wird und er dahin zurück soll, woher er gekommen war: auf die harten Bänke irgendeines Bundestagsausschusses.

Immerhin wäre dann die Gefahr gebannt, dass er – mitten in der Nacht um ein Statement gebeten –seine zwei dünnen Haarsträhnen in die Stirn wirft und vor lauter Sendungsbewusstsein das ihm vorgehaltene Mikrofon womöglich mit einer Kamera verwechselt.

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Der Dackelblick

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Ich muss nicht oft in die Apotheke, aber wenn ich schon mal muss, gehe ich gern. Ich empfinde so einen Apothekengang als durchaus entspannend, vor allem, da in der Apotheke meines Vertrauens eine kleine Bank steht, die gebrechlichen Kunden etwas Schonung gewährt. Mich aber lädt die kleine Bank von Zeit zu Zeit ein, mich dort niederzulassen und meinen Blick auf die nicht allzu hohe Decke zu richten. Vor vielen, vielen Jahren hatte ein Maler dort seine hellblaue Vision vom Himmel gemalt. Es erinnert mich ein bisschen an Michelangeo’s Sixtinische Kapelle oder an den großen Freskenmaler Tiepolo. Natürlich reicht das Deckengemälde nicht im Entferntesten an seine großen Vorbilder heran, aber schön ist es trotzdem, zumal ich bei näherem Hinsehen  immer neue Motive entdecke.

In Baden-Baden ist der Hund los.

Ich muss nicht oft in die Apotheke, aber wenn es von Zeit zu Zeit sein muss, gehe ich nicht ungern. Den Gang dorthin empfinde ich als irgendwie entspannend, vor allem, da in der Apotheke meines Vertrauens eine kleine Bank steht, die gehbehinderten Kunden eine kurze Pause gewährt. Ich selbst bin gut zu Fuss. Mich lädt die kleine Bank  dann ein, mich dort niederzulassen. Dort sitzend richte ich meinen Blick dann auf die nicht allzu hohe Decke. Sie ist wunderbar bemalt. Vor  langer Zeit hatte dort ein Maler seine hellblaue Vision vom Himmel gemalt. Das Deckengemälde erinnert mich ein bisschen an Michelangelo’s Sixtinische Kapelle oder an den großen Freskenmaler Tiepolo. Natürlich reicht die Malerei nicht im Entferntesten an die großen Vorbilder heran, aber schön ist sie trotzdem, zumal ich bei näherem Hinsehen immer neue Motive entdecke.

Mir ist dann, als schmeckten die Tabletten auf Rezept gleich viel besser, und ein Päckchen Tempo Taschentücher gibt es ja auch noch dazu.

Beim letzten Besuch aber hatte ich meinen Blick dummerweise zu schnell wieder vom Himmel auf die Erde gerichtet. Dort, knapp über dem Boden, fiel mein Blick auf einen Dackel, der mit den bekannt kurzen Beinen sein Herrchen in die Apotheke begleitete. Es war ein Rauhaardackel. Ein hübsches Tier mit klugen Augen (Dackel seien ja intelligente Tiere), die mich zunächst freundlich anblickten, als wollten sie mir sagen: ich würde auch mal gern an die Decke kucken. Mitfühlend erwiderte ich seinen Blick, worauf der Rauhaardackel mich aber plötzlich wie aus heiterem Himmel in einer Weise ankläffte, wie man es früher allenfalls von Herbert Wehner kannte.

Unvermittelt machte das kleine giftige Tier  einen Höllenlärm, und es war mir entsetzlich peinlich, auf einem alten Bänkchen aus dunklem Holz sitzend, von einem Dackel angegiftet zu werden.

Dann aber aber wandte sich der Hundehalter direkt an mich und fragte streng, ob ich etwa seinen Dackel angeschaut hätte. Im Stand einer gewissen Unschuld bejahte ich die Frage, worauf er vorwurfsvoll sagte, das ginge nicht. So etwas ginge gar nicht. Ich dürfe mich also nicht wundern, wenn…

In der Apotheke hatten sich mittlerweile drei weitere Personen eingefunden. Lauter kranke, sieche Menschen, die mich ansahen, als hätte ich mit der Provokation eines Dackels ihren Heilungsprozess unterbrochen.

Wie man sicherlich verstehen kann,  war mir das alles ziemlich peinlich, weshalb ich mir fortan jeden weiteren Blickkontakt mit dem Hund versagte. Verstärkt richtete ich mein Auge wieder auf den in Öl gemalten Himmel, an dem ich jetzt, hinter einer Wolke hervorlugend, ein nacktes Engelchen entdeckte.

Das Problem aber verschwand deswegen noch nicht. Es war irdischer Natur. Es lag nicht hoch im Himmel sondern stand knapp über dem Boden. Bloß jetzt nicht den Dackel anschauen, Blickkontakt meiden. Es wäre mir peinlich gewesen, weiteren Anlass für etwaigen Lärm gegeben zu haben. Doch selbst mein durch und durch defensives Verhalten zahlte sich nicht aus.  Immer und immer wieder fing das Tier an, mich bellend zu beschimpfen.

Dem Dackel war das Engelchen egal. Der Dackel konnte sich gar nicht mehr einkriegen. Er war vollkommen außer sich. Einmal mehr wandte sich der Halter des Tieres streng an mich: ob ich gerade eben seinen Dackel angeschaut hätte?

Nein, sagte ich, nein!!

Ja dann, sagte er, dürfe ich mich nicht wundern.

 

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Im Zobel zur Zwiebel

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Wenn der Baden-Badener Wochenmarkt zum Laufsteg wird

Einkaufsspaß? Dank Corona gehört auch dieses Baden-Badener Gütezeichen seit Monaten der Vergangenheit an. Einkaufswagen-Slalom mit Sicherheits-abstand durch den Supermarkt; Schaufensterbummel durch die einst so beliebte Fußgängerzone mit Blick auf leere Flächen oder „Zu vermieten“-Schilder – macht doch keinen Spaß. Im Gegenteil. Da werden sogar der Drogeriemarkt oder die Apotheke zum Einkaufs-Highlight für genervte Maskenträger/innen. Aber da gibt es ja noch die kleinen Refugien, in denen so etwas wie Freude am Kauf aufblühen kann – die Baden-Badener Wochenmärkte mit ihren fast durch die Bank gut aufgelegten Händlern.

Ob über Obst, Gemüse, Fleisch und Backspezialitäten, über Käse, Eier und Blumen, ja selbst über Kohlköpfe, Kartoffelknollen und Marmeladetöpfchen hinweg, kommt Kauffreude auf; aller Masken zum Trotz. Selbst zwischenmenschliche Kontakte bahnen sich an. Man glaubt es kaum.

Doch wäre Baden-Baden nicht Baden-Baden, wo bekanntlich das „good good life“ beheimatet ist, wenn es nicht auch in Sachen Markttreiben immer noch ein bisschen anders ginge: während auf dem Platz bei der Bernharduskirche und vor dem Lichtertaler Kloster Jogginghose, Parka oder ähnlicher Einheitslook zu Marktkorb oder Rucksack getragen werden, durchweht – Corona hin, Corona her – den Wochenmarkt auf dem Augustaplatz ein Hauch von Laufsteg.

High-Heels-Boots und Pelzjäckchen, Top-Styling trotz flächendeckend geschlossener Friseur- und Nagelstudios (wie machen die das bloß???), trotz Marken-Shopper und Edelmetall am Ohr und Finger: beim Zwiebelkauf oder der Maultäschleauswahl (Manufakturwahre) wird all das einer verständigen Öffentlichkeit präsentiert. Koriander und Ingwer sind die vergnügt preisgegebenen Geheimtipps für die Verarbeitung von Lammgehacktem – oder war es doch frische Minze? Beim Coffee-to-go kommt fast Partystimmung auf, wenn mehr als zwei Haushalte in pandemiebedingtem Abstand kommunizieren.

Irgendwie ist doch immer noch „Baden-Baden-Zeit“, um einen Werbespruch aus unserer guten, alten Zeit zu zitieren. Wie tröstlich.

Irene Schröder

Allgemein Stadtstreicher

Der Wischmob

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Ganz schön was los hier. Der Morgen in der Fußgängerzone

Dass eine Stadt lebt, erkennt man ein Stück weit auch an dem Lärm, den arbeitenden Menschen dort produzieren. Man könnte sagen: ich lärme, also bin ich. Das ist in Baden-Baden nicht anders als anderswo.

So z.B., wenn die Lastwagen, die schnell verderbliche Ware anliefern, in die Fußgängerzone rollen. Neben dem üblichen Motorengeräusch verfügen sie zusätzlich noch über ein lärmerregendes Kühlaggregat, das, über der Führerkabine angebracht, sicherstellt, dass im Inneren des Kühlbereichs die Temperatur nicht über Minus 5 Grad klettern.

20160602_083007-2Als weitere Lärmquelle auszumachen sind auch die kleinen orangefarbenen Reinigungsfahrzeuge, die wie Tausendfüßler in jede Ecke der Fußgängerzone huschen, um dort mit diabolischem Eifer der noch letzten Zigarettenkippe nachzustellen.

Nicht genug des Umtriebs. Zweimal in der Woche rückt von draußen, vom Fuhrpark, ein riesiger Reinigungslaster an, der, bestückt mit einer Zweimannbesatzung, sich um das Leeren zahlreicher Niederflurabfallbehälter in der Fußgängerzone kümmert.

Bei dem Fahrzeug handelt sich um das Modell ‚BUCHER Cityfant 60’, auch er ausgestattet mit einem Zweimotorenkonzept. Der Hauptantrieb, ein Diesel, ist für die Fortbewegung der 15 Tonnen schweren Straßenkehrmaschine zuständig. Mit diesem Aggregat schafft es die ‚Selbstfahrende Arbeitsmaschine’ mühelos, von einem Abfalleimer zum Nächsten zu bewegen. Doch lernen wir: ein Lärm kommt selten allein, und so hat auch das Fahrzeug noch einen zusätzlichen Motor. Dabei handelt es sich um das ‚Motorventilator-Aggregat von Daimler – Chysler’, das mit seinen 75 kW über eine enorme Saugleistung verfügt. Nur so kann er seiner Aufgabe in vollem Umfang gerecht werden. Hierzu sind zwei Personen notwendig.

So versucht die eine Person, der Fahrer, mit großer Umsicht das tonnenschwere Gefährt möglichst nahe an den jeweils zu leerenden Abfalleimer zu steuern, was im verwinkelten innerstädtischen Bereich nicht immer ganz einfach ist. Hat er das Ungetüm positioniert, schickt er den zweiten Mann hinaus ins Freie. Dieser Mitarbeiter greift sich nun den am Außenbereich des Fahrzeugs befestigten massiven Saugschlauch und führt ihn mit dem äußersten Einsatz seines ganzen Körpers in Richtung Niederflurabfalleimer. Dessen Aufsatz legt er nun zur Seite, was ihm ermöglicht, den Rüssel einzuführen. Der im Unterflurbereich sich befindliche Müll kann nun abgesaugt werden.

Das Konzept ist so einfach wie schlüssig. Während der eine im Freien arbeitet, verbleibt der andere im Inneren des Fahrzeugs. Das bewirkt zweierlei. Zum einen verhindert man dadurch, dass bei Regen der Fahrer nass wird; zum anderen kann man ausschließen, dass während des Einsatzes das Fahrzeug entwendet wird.

20160602_075544In Normalbetrieb konzentriert sich der Mann im Außendienst jetzt ganz auf die ihm gestellte Aufgabe. Und die ist schwer genug. Das Problem liegt nämlich darin, dass sich immer mal wieder Gegenstände, wie Taschen oder Regenschirme, im Inneren verkeilen. Was sich zunächst als einfache Tätigkeit anlässt, erweist sich nun doch als komplexe Herausforderung, denn es gilt jetzt zu verhindern, dass z.B. so ein Regenschirm bei umgeklapptem Aufsatz in den Saugrüssel gezogen wird. Bedingt durch die bereits von uns thematisierte enorme Saugleistung wäre dies für den Rüssel des ‚Cityfanten’ ein Leichtes.  Würde dies nämlich passieren, käme es u.U. im Inneren des Saugrüssels zu einem sogenannten ‚Klemmer’. Dadurch könnten Schäden entstehen, von denen sich ein einfacher städtischer Reinigungsmitarbeiter, der, mit seinem Handwagen unterwegs, den Regenschirm einfach herausgezogen hätte, keine Vorstellungen macht.

Ein weiterer Stressfaktor ergibt sich auch dadurch, dass der Fahrer im Inneren der Fahrzeugkabine Druck macht. Der Zeitplan ist eng getaktet, was aber keineswegs an der sich abzeichnenden Vesperpause liegt, sondern seine Ursache hat in einer um höchstmögliche Effizienz bemühten Einsatzplanung.

Doch auch außerhalb des unmittelbar innerstädtischen Bereiches erkennen wir eine Fülle an Lärmquellen. So bemerkt man in diesen Tagen im Bereich des Leopoldplatzes den verstärkten Einsatz von Bohrmaschinen, die sich mit großer Hingabe der Aufgabe stellen, vor der Renovierung des Leo den an sich schon gründlich untersuchten Untergrund noch einmal gründlich zu untersuchen.

Für Außenstehende mag es den Anschein haben, als würde man im Zentrum von Baden-Baden mit viel Aufwand nach Öl suchen. Doch verbietet sich hier bohrendes Nachfragen. Die Mitarbeiter der ‚Hettmannsperger Bohrgesellschaft mbH’ sind bei der Arbeit hochkonzentriert. Kein Wunder, klebt doch auf ihrem Fahrzeug  zusätzlich noch das Schild: Kampfmittelerkundung.

 

Scheint, als drohe der nächste Lärm.  

 

Allgemein Kultur Malen & Schnitzen

Ein Meister vom Hochrhein Teil 1

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Andreas Rickenbacher malt in Basel

Das Gebäude ist schäbig, und es zieht durch alle Ritzen. Als Atelier eignet es sich trotzdem. Das liegt weniger an den Kanonenöfchen, die verhindern sollen, dass im Winter Wasserleitungen und Bewohner einfrieren, als an der Ausrichtung seiner Studio-Fenster nach Norden. Und billig ist die Miete auch. Sicher, das muss ungefähr so um 1920 in Paris gewesen sein, als sich Picasso und seine Maler-Kollegen am Anfang ihrer Karriere im ‚Batteau Lavoire‘ am Montparnass einquartiert hatten. Hemingway nannte das damalige Paris ‚ein Fest fürs Leben’. Und doch war das ‚Batteau’ eine zugige Heimstatt, die heute kaum jemandem mehr zuzumuten wäre. Vor allem nicht jenen Malern, deren klamme Hand stilbedingt einen feinen Pinsel hätten führen müssen.
Aber Andreas Rickenbacher muss das auch nicht. Sein Atelier liegt im großbürgerlichen Basel, direkt am Ufer des Rheins. Dort arbeitet er im oberen Stock des renommierten Restaurants „Gasthof zum Goldnen Sternen“, wo schon die Ambiente so garnichts mehr gemein hat mit dem zugigen Künstlerverschlag der Pariser Moderne Anfang des 20ten Jahrhunderts. Blickt Rickenbacher aus dem Fenster seines Studios, offenbart sich ihm kein bohemehafter Hinterhof, sondern die beiden Hochhäuser von Roche, die dem Betrachter auch ungefragt mitteilen, woher im reichen Basel der Wohlstand herrührt. Zudem ist der Maler auf derlei Zuwendungen nicht mehr angewiesen. Die Kunst ernährt den Mann.
Natürlich war das nicht immer so. Nach einer Lehre als Schlosser hatte er eine Kunstgewerbeschule besuchte und sich anfänglich spezialisierte sich auf Druckgrafik, Gravierungen und Lithografien, auf Akt- und Figurenzeichnen. Daneben aber malte er fünfzehn Jahre lang auch in Öl, bis ihm das Zweigleisige letztlich dann doch zu aufwändig geworden war und er sich endgültig für die Ölmalerei entschied: „Ein Kunstwerk wird nicht anerkannt, wenn man auf mehreren Hochzeiten tanzt“. Die Malerei als Handwerk – diesen Weg verfolgte er konsequent.
Von Anfang an begeisterte hatten ihn die Maler der Deutschen Romantik, Anselm Feuerbach, dann aber auch Arnold Böcklin und schließlich die Holländer, die er, wie so viele Andere vor ihm, kopiert hat und so von ihnen lernte. Das Handwerk des Malens hat er sich also selbst beigebracht, und wenn man ihn so in seinem Atelier sieht, vermittelt er in seiner ruhigen Art vor allem Konzentration auf das vor ihm Liegende. Was er macht und wie er es macht, ist zeitaufwändig. Er sagt: „Die Jungen wollen schnell zum Erfolg kommen“. Schwer vorstellbar, dass einer wie er sich nach durchzechter Partynacht in einem Kreativitätsschub anschickt, Bleibendes zu vollbringen. Und auch nicht, dass er ein zerwühltes Bett zur Installation deklariert, es anschließend nach Venedig schafft, um es dann bei der Bienale einer eher ratlosen denn euphorischen Öffentlichkeit zu präsentieren.

Sicherlich für einen Maler nicht untypisch, war es anfänglich eher ein Neben- als ein Hintereinander verschiedener Schaffensbereiche. Oder wie Thomas Mann vielleicht gesagt hätte: es fügt sich…

Demnächst mehr. Teil 2. Hier.

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