Allgemein Essen & Trinken

Der Preis ist heiß Teil 1

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Vom Munde abgespart: der Bierpreis in Baden-Baden

Es ist nun wieder schon ein ganzes Weilchen her, dass wir hier betont haben, dass wir hier in Baden-Baden einzigartig sind. Singulär sozusagen.

Durften wir nicht erst kürzlich die allgrößte Anzahl verschleierter Frauen registrieren? Und wo lebten bis noch vor kurzem die allermeisten der allreichsten Russen? Und dann erst die anderen! So viele Chinesen, die hinter einem Fähnchen herlaufen und dabei Millionen von Selfies machen – so etwas haben die allwenigsten der anderen Städte aufzubieten. Aber wir hier !

Aber noch in etwas anderem sind wir hier ziemlich Spitze. Beim Bierpreis.

Zwar schreibt in diesen Tagen die Süddeutsche Zeitung, dass das Wiesen-Bier „berüchtigt für seine herbe Preissteigerung“ sei und wohl auch bei dem diesjährigen Oktoberfest wieder gestiegen ist. In diesem Jahr kostet die ‚Maß‘ € 10,53. Dies ist – korrekt eingeschenkt – 1 Liter. So was trinkt, außer in München, kein Mensch. Also wollen wir die Menge halbieren und kommen dann auf den Preis für eine Halbe von ca € 5,25. Da die ‚Wiesn‘ halt die ‚Wiesn‘ ist, wird dieser Bierpreis von den Münchnern zunächst mal akzeptiert. Von den Touristen sowieso.

Ansonsten aber sind die Bewohner der bayrischen Hauptstadt anderes gewohnt. In der Regel bezahlt man in München für eine Halbe im Schnitt etwa € 3,50, was, verglichen mit den üblichen Lebenshaltungskosten, erstaunlich günstig ist. Wie aber sieht‘s denn bei uns in Baden-Baden aus?

Das ‚Amadeus‘ will für die Halbe € 4,70. Gäbe es im ‚Garibaldi‘ einen halben Liter (es gibt nur 0,4 L) bezahlte man dafür (hochgerechnet) € 5,00. Und im ‚Löwenbräu‘ macht man es nicht unter € 5,30. Gerade der Name ‚Löwenbräu‘ verweist auf die gleichnamige Münchner Brauerei, die natürlich wie so viele andere große Münchner Brauereien schon lange nicht mehr in heimischen Händen ist, sondern jemandem ganz anderem gehört, in diesem Fall ‚Anheuser Busch‘, der größten Brauerei der Welt. 1999 wurde 677.000 hl in Lizenz gebraut. Seitdem scheint der Umsatz kontinuierlich gesunken zu sein. Neue Zahlen gibt es nicht. Anderen großen Brauereien geht es wohl besser. So weist Paulaner für 2015 einen Bierumsatz von 2,4 Mio hl aus, wobei auch in diesem Fall nur noch 51,1% in Bayrischer Hand sind. Der Rest gehört zur Heinecken Gruppe in Holland.

Halten wir nun einmal fest, dass es ein ehernes Gesetz des Marktes zu sein scheint, dass je größer die Zahl der produzierten Güter ist, desto geringer sind die Herstellungskosten pro Einheit. Dies gilt bei der Autofabrikation (Zulieferer) so wie beim Bierbrauen. Die Menge macht‘s. Es ist von den Lohnkosten völlig egal, ob ein Braumeister 2 hl herstellt oder 6 hl. Die Lohnkosten blieben annähernd gleich. Also müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn das Bier der Megabrauereien nicht billiger herzustellen wäre als, sagen wir mal, in einer kleinen Brauerei in der deutschen Provinz.

Nun ist es ja nicht das Blödeste, sich von Zeit zu Zeit dumm zu stellen…. (Mehr vom Bier gibts demnächst!)

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