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Das Salz in der Suppe Teil 1

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Vincent Klink. Ein ‚Lebe-Mann‘ im ARD Buffet.   

© SWR/Peter A Schmidt

Versucht man Vincent Klink näher zu kommen, erweist es sich als zweckmäßig, ihn im Fernsehen zu betrachten. Denn augenscheinlich hat er wenig Zeit. Zwei freundlich anfragende Mails blieben jedenfalls unbeantwortet. Davor hatte es noch den Versuch eine mündliche Anfrage gegeben. Sie zerschellte am entschlossenen Widerstand der schwäbischen Dame am Empfang.

Also kaum eine Chance, dem Überflieger auf den Kondensstreifen zu treten.

Und in der Tat ist Vincent Klink ein vielbeschäftigter Mann. Zunächst einmal  ist er seinem Hauptberuf  Chef des Stuttgarter Sternerestaurants „Wielandshöhe“. Daneben verfasst er, auf seinem Kochhügel thronend, essayistische Texte. Außerdem verlegt er Bücher. Weiter spielt er Basstrompete, ein „bisschen Konzertgitarre“ und  pflegt die Malerei. Aber auch dem Praktischen hat er’s.  Er vergräbt er sich in „Gartenarbeit“ und „Motorradbasteln“.

Ach ja: und dann ist er ja auch noch Fernsehkoch, die Tätigkeit, der er seine überregionale Bekanntheit verdankt.

Die Sendung, in der er auftritt, ist das „ARD Buffet“. Sie kommt live aus dem SWR Studio in Baden-Baden. Sie wird allwochentäglich ausgestrahlt, von 12.15 h bis 13 h,  und gleicht im mittlerweile zwanzigsten Jahr ihres Bestehens einem Dickschiff, das gemächlich und behaglich seine Bahn durch die Sendlandschaft zieht.

Ist das an sich schon bemerkenswert, so muss man konstatieren, dass das Wunder noch dadurch verstärkt wird, dass über eine so lange Zeit kaum inhaltliche Veränderungen zu konstatieren sind. So lebt die Sendung von Themen wie:  „Schubänkchen aus einem Schlitten“, „Pflanzliches für den Blutdruck“, „Schönes haltbares Herz zu Allerheiligen“ und natürlich immer wieder Kochen – das sind nur einige Höhepunkte eines auf Dauer angelegten Sendekonzeptes.  

Es hat den Anschein, als konzentrierte sich der Inhalt der Sendung im Wesentlichen auf den Sieg des Gewöhnlichen über das Unvorhersehbare.

Das muss an sich kein Fehler sein. In Zeiten großer sozialer Umbrüche hat es fast schon etwas Beruhigendes, wenn sich die Moderatoren mit festgezurrten Satzbausteinen a la: „Ich geh schon mal rüber“ oder „…was es damit auf sich hat, erfahren sie jetzt“ adrett durch die fünfundvierzig Minuten moderieren. Da weiß man, was man hat. Ohne Risiko, kaum Nebenwirkungen.

In der ersten Live-Sendung vor zwanzig Jahren war das noch anders.  Damals sorgte wenigstens der Totalausfall der Studiobeleuchtung für die unverhoffte Spannung. Heute wäre man schon dankbar, wenn vom selbstgebastelten Schlüsselbrettchen („Schlüsselablage aus Karton“) ein Schlüssel fiele. Ansonsten bleibt einem nur, staunend zu verfolgen, wie von einer Fachjury der Hühnerfleischanteil in Dosensuppen einer kritischen Würdigung unterzogen wird.

Damit sind aber auch schon einige der wenigen Höhepunkte umrissen,  durch die man der latent vorhandenen Gefahr entgeht, einfach wegzunicken. Doch Obacht, zweimal im Monat kommt es anders. Denn: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“ (Hölderlin).

Da bricht unvermittelt der Alltag ein in das aseptische Sendegewebe. Es kommt und kocht Vincent Klink.

Wer ihn noch nicht kennt, sollte sich ihn als eine schon optisch dem Genuß verpflichtete Gestalt vorstellen, mächtig an Gestalt und Wortmacht. Ginge man so weit, das ‚Buffet’ als ein ‚Flaggschiff’ des SWR zu klassifizieren, wäre es vielleicht angebracht, Vincent Klink als seine barock anmutende tiefschwäbische Gallionsfigur zu umschreiben. Anders als all die vielen anderen Gäste, deren Auftritte durch Vorsicht und Zurückhaltung geprägt sind, „schwätzt der, wie ihm d’r Schnabl g’wachse isch“, so eine Zuschauerin. Er ist es, der der Sendung Salz und Würze gibt.

Natürlich weiß er sich in Szene zu setzen. Er weiß um seine Wirkung, weiß, mit seinen Pfunden zu wuchern. Jedes der zahlreichen Fotos, die es von ihm gibt, trägt unausgesprochen die Botschaft eines sich im Urtümlichen gefallenden Individuums. Zupackend aber nicht unsensibel.

So auch heute….  

Demnächst Teil 2. Immer dranbleiben.

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„…ich sei ein genialer Schweinehund…“

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Pinakothek der Moderne, Wittelsbacher Ausgleichsfonds, München © Georg Baselitz, 2018 Foto: © Bayer&Mitko – ARTOTHEK

…sagte der Lehrer zu Georg Baselitz. Jetzt ist der Künstler 80 Jahre alt geworden und präsentiert sein Werk  in der Fondation Beyeler in Riehen

Immer wieder eine Reise wert, die kleine Stadt Riehen, gleich bei Basel. So auch jetzt wieder in diesen vorfrühlingshaften Tagen am Oberrhein, wo einmal mehr die Fondation Beyeler mit einer Ausstellung lockt, die im vorliegenden Fall Georg Baselitz gewidmet ist, dessen Ruf sich in der Ausstellung spiegeln darf. Einfach groß.

Wie oft bei solchen Pressekonferenzen ein frappierend sich ähnelndes Bild des großen Feuilletonauftriebs. Leicht verwirrt dreinschauende Altersmänner, im Dienst an der Kunst und deren Deutung grau geworden. Dann auch Damen aus fernen Redaktionen, die, den Notizblock in Händen, beim Sichten der Bilder spontan Auffallendes festhalten. Dann die schlanken Frauen, Kunstelfen, die ihre Jugend gekonnt in überaus geschmackvoller Kleidung präsentieren. Sie achten sehr darauf, dass neben dem kundigen Betrachten des Gebotenen, der Blick der anderen Besucher auch sie streift. Bella Figura. Und manch eine glaubte man später an der Seite eines in Ruhm ergrauten Malerfürsten als Muse gesehen zu haben.

Geht’s um die heute so wichtige mediale Vermittlung eines solchen Ereignisses dürfen auch die Kameraleute und Fotografen nicht fehlen, die meisten von ihnen auch im kulturbedingt ansprechendem Schwarz, allerdings etwas nachlässiger gekleidet; letztere mit chic zerzaustem Haupthaar. Sehr souverän auch der Großkritiker der WELT, der in seinen weinroten Cordhosen und mit Schal sich ebenfalls sehen lässt. Zudem ist er noch Textchef des Sonderheftes BLAU, das in diesen Tagen den Jubilar mit einer Sonderausgabe ehrt, wobei gesagt werden sollte, dass das Wort ‚Jubilar’ nie und nimmer vom Künstler geschätzt würde, denn dazu ist er, wie aus seinen Äußerungen hervorgeht, bei allem verständlichen Selbstbewusstsein zu selbstkritisch, zu selbstironisch. Er hat es nicht nötig. Und der Anlass war ja auch entsprechend.

Foto: Matthias Willi

Georg Baselitz, am 23. Januar in Deutschbaselitz, Sachsen, geboren, wird 80 und erfährt eine Würdigung, die seinem Rang gemäß ist. Vergleichbar allenfalls mit den großen englischen Malern Lucien Freud, Francis Bacon und Frank Auerbach, bildet Georg Baselitz, zusammen mit Gerhard Richter und Markus Lüperts ebenfalls eine Art klassisches Triumvirat der großen deutschen zeitgenössischen Maler.

Jetzt also Baselitz, den die Fondation Beyeler bis zum 29. April in einer großen Schau – das Feuilleton würde ‚Retrospektive’ sagen – präsentiert. Zu sehen sind 90 Gemälde von 1959 bis 2017, angefangen von dem 1963 der Öffentlichkeit zum ersten mal gezeigten „Die große Nacht im Eimer“, das einen Gnom zeigt, mit übergroßem Phallus, dessen damalige Präsentation einem ‚Rums‘ gleicht. Hier hatte einer die Szene betreten, der sich keineswegs zu bescheiden gedachte, der um seinen Wert und um die Wirkung seines Auftritts wußte. Viel anderes folgte.

Herausgegriffen werden sollte das bekannte Bild „Fingermalerei – Adler“ von 1972, das zu seinen bekanntesten zählt. Ganz wichtig auch die Bilder, die, auf dem Kopf stehend, eine Periode umreißt, die man

Privatbesitz, © Georg Baselitz, 2

mit Baselitz geradezu in Verbindung bringt und deren Beginn man etwa 1969 ansetzen kann. Fast wäre man geneigt, dies zu seinem Markenzeichen zu erklären. Es ist, als emanzipierte sich die Malerei vom Gegenstand, als würde das Objekt sich in neuer Form präsentieren und erfahre dadurch eine neue Daseinsform. Ein bisschen irritierend ist das schon, vor allem, wenn der eine oder andere Besucher, in der Absicht, sich dem Bild konventionell zu nähern, den Kopf schief hält, um doch erkennen zu müssen, dass die menschliche Anatomie dieser Betrachtungsweise eine klare Grenze setzt…

In der Ausstellung dann aber auch zu sehen die Helden- und Frakturbilder, großformatige Holzskulpturen und auch die Bilder aus der Remix-Serie.

Wollte man sagen, dass es EIN wichtiges Zeichen eines großen Künstlers ist, dass er in seinem durchaus umfangreichen Schaffen nicht immer ein und dasselbe Thema variiert, sondern sich gleichsam häutet – dann ist das künstlerische Versprechen hier, in dieser großen Baselitz Schau, aufs Nachdrücklichste eingelöst.  

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Der Dichtungsring – zweiter Teil

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Heute Morgen hat uns unsere Reinigungskraft, Frau Gebert, einmal mehr überrascht.appllon-mit-lyra

Wir hatten offen gestanden mit einem Gedicht gerechnet, in dem sie die Schönheit von Flora und Faune preist. Stattdessen präsentierte sie uns ein Werk, das sich so kurz vor Weihnachten außerordentlich kritisch mit den Festtagen auseinandersetzt. Die Haltung von Frau Gebert, auch das muss hier gesagt werden, scheint in dieser Hinsicht allerdings auch etwas schizo zu sein: zum einen äußerte sie sich erst kürzlich wieder über den Segen der von Feiertagen letztlich initiierten Brückentage. Zum anderen wird sie demnächst wieder mit hunderten wunderbarer Zimtsterne, Vanillekipferl und Springerle in der Redaktion auftauchen und um Anerkennung bitten.

In diesem Zusammenhang vergisst dann auch nie, Hildegart von Bingen zu erwähnen, die wohl lauthals die positive Wirkung von Pfeffer- und Muskatnüssen gepriesen  hatte. Da verstehe einer die Frauen…! Jetzt das Gedicht:

                                                                             

                                                Feiertage

 

Wie hass‘ ich diese Feiertage,

die der Himmel uns geschenkt,

auf die Dörfchen, Pfarrer, Handel,

unsere Aufmerksamkeit stets lenkt.

 

Schweigt mir doch von Weihnacht, Christen:

Knabe, rosig, Krippe, nackt.

Und daneben Esel Josef.

Das find ich mehr als nur beknackt.

 

Dann steht Ostern vor der Türe,

Lammgottessingen, Auferstehn’.

Bei Goethe läuft man durch die Gegend,

für mich kein Anlass, mitzugehen.

 

Pfingsten – dieses Fest der Ochsen,

von oben grüßt der Hl. Geist.

Ich bin gefirmt doch nicht beschnitten,

ich ´sag das nur, damit du’s weißt.

 

Wie hass ich diese Feiertage,

der Jahreshimmel, vollgehängt.

Doch bet’ ich an die Festtagsbiere,

die hochprozentig eingeschenkt.

 

 

Relativer Fliegenflug

Die Fliege denkt:

Einsteins Physik!

Ich flieg im Raum

Und krieg nichts mit.

Lang leb’ ich nicht,

dann ist’s zu spät.

Ich pfeif’ auf Relativität.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Holzarbeiter

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Die „Gesellschaft der Freunde junger Kunst“ präsentiert Frank Lippold  in Baden-Baden

Jetzt, da die Festtagsente verdaut, das Geschenkpapier glatt gestrichen und in einer Schachtel verstaut sind, bietet sich ein kleiner Spaziergang an,  hoch zum Marktplatz, ins Alte Dampfbad.

Entworfen wurde es 1848 vom Karlsruher Architekten Heinrich Hübsch, und so, wie es sich heute präsentiert, könnte es unschwer als die Mutter aller Toskanahäuser durchgehen. Deren formaler Standard bestimmen ja zunehmend die Neubaugebiete der Stadtränder. Doch ist das Alte Dampfbad überaus zentral lege. In diesem prächtigen Bau residieren einerseits der Dichter Otto Jägersberg (wir berichteten), anderseits aber auch die Gesellschaft der Freunde junger Kunst e.V., die in diesen Tagen einmal mehr eine sehenswerte Ausstellung verantwortet.

Seit dem 10. Dezember präsentiert sich dort oben der Künstler Frank Lippold, der den städtischen Kunstpreis erhalten hatte. Frank Lippold, von dem sich sagen ließe, dass er  in Baden-Baden hängen geblieben ist, stammt aus Greifswald, wo er 1970 geboren wurde. Nach seiner Ausbildung als Werkzeugmacher studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden.

2014 erhält er dann das ‚Baldreit Stipendiat‘ und lässt sich in Baden-Baden nieder, wo er als mit Holz Schaffender nunmehr mehrschichtige und schwarz grundierte Holzplatten zum Ausgangsmaterial für seine Arbeiten macht. „Dabei trägt er die schwarze Farbe ab, dringt in die Platte ein und gibt ihr ein strukturiertes Gesicht“. Dieser Vorgang ist komplexer Natur, vor allem auch, da er sein Schaffen in freier Natur gestaltet. Neben den zahlreichen ‚Holzbildern‘, die – siehe oben – teilweise formal an gotische Kathedralen erinnern, malt er auch in Öl. So z.B. eine Vielzahl von Bildern, die Vögel zum Gegenstand haben.

Er gefällt sich also nicht ausschließlich im ‚Monothematischen‘, sondern präsentiert sich durchaus auch in der Breite eines Schaffens.

Der Journalist Pit Klein hat die sehr informative Einführung in das komplexe künstlerische Gestalten gegeben, die man unbedingt auf der Website der Gesellschaft (http://www.gfjk.de) nachlesen sollte.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28.1. des neuen Jahres zu sehen.

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„Es bedürfte einer Palette mit Diamanten und Juwelen…“

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Claude Monet in der ‚Fondation Beyerler‘ in Riehen/Basel

‚Amuser les yeux’ – mit diesem charmanten Spruch bezeichnet man in Frankreich das Vergnügen, sich im Geschäft ein bisschen umzusehen. „Die Augen amüsieren“ – das csm_Monet_Portrait_ART188735_LAC_438x300mm_4a85af2d6dhätte – tiefgestapelt – auch das sein können, was die Ausstellung „Monet“ im Museum Fondation Beyeler in Riehen/Basel uns bietet. Um es geboten stark auszudrücken: es ist mehr als ein bloßes Vergnügen.

Diese Schau ist eine Augenweide. Soviel Schönheit war selbst dem Kurator der Ausstellung, Ulf Küster, fast schon ein bisschen peinlich. Deshalb verwendete er in seinem einführenden Vortrag ziemlich viel Zeit darauf, für sich und uns zu begründen, warum wir angesichts des Zustandes der derzeitigen Welt uns das Vergnügen einer derart opulenten Ausstellung gönnen dürfen.

Die Kunstschau befasst sich mit den Werken Monets zwischen den Jahren 1880 und dem beginnenden 20. Jahrhundert. 62 Werke werden gezeigt, für die als Leihgeber die größten Museen der Welt angeführt sind. Musee d’Orsay, Metropolitan Museum, New York sind nur zwei davon, die für all die Anderen stehen mögen. Hinzukommen noch die Werke von 15 privaten Leihgebern, die ihre Werke selten für die Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Ebenfalls gezeigt ‚La Meule au Soleil’, das erst kürzlich für 81,4 Dollar bei Christie’s in New York versteigert wurde.

Die Ausstellung, räumlich gesondert, ist nach Themen gruppiert. So z.B. das Thema Bäume, die den Künstler immer wieder fasziniert hatten. Dann die Bilder, die sich mit der Seine befassen, der Fluss, der ihm, wie so vielen anderen französischen Künstlern, immer und immer wieder Inspiration für ihren künstlerischen Ausdruck war, ob mit winterlichem Eis oder bei Sonnenuntergang.csm_Monet_Sunset-on-the-Seine-in-Winter_LAC_223x300mm_484e72d0c5

csm_Monet_Charing-Cross-Bridge_LAC_237x300mm_17e5abe8a8 Dann London. Des Künstlers Aufenthalt hat sich in wunderbaren Bildern niedergeschlagen, die den Betrachter im Auflösen des gemalten Motivs an den großen englischen Maler William Turner erinnern. Waterloo- und Charing Cross – Bridge, das britische Parlament, allesamt Motive, die in unterschiedlicher Lichtstimmung und im Nebel sämtliche Formen nahezu verschwinden lassen und Monets Kunst fast schon ins Abstrakte verweisen. Und uns auch daran erinnern, wie ‚modern’ Turner’s Kunst doch letztlich war. Dieser war bereits 1851 verstorben.

Neben den vielen gezeigten Werken sollte man hier vielleicht besonders hervorheben das große, querformatige Bild ‚Le Bassin Aux Nympheas’, durch dessen Erwerb der Gründer des Museums, Ernst Beyeler, angeregt worden war, das Museum in Riehen zu gründen und das sich im Besitz der Stiftung befindet. Ebenfalls in der Sammlung befindet sich das in der Ausstellung gezeigte Bild ‚La Cathedrale de Rouen’, ein Gemälde aus einem Zyklus, der diese Kathedrale in 20 Variationen zeigt, von denen jede einzelne sich je nach Tageszeit und Lichtstimmungen unterscheidet. Zwischen 1892 bis 1894 gemalt, hatte sich Monet für längere Zeit immer wieder in eine Wohnung Claude_Monet_-_Rouen_Cathedral,_Facade_and_Tour_d'AlbaneIgegenüber der Frontseite der Kirche einquartiert und war gänzlich verzweifelt, als er die Serie fortsetzen wollte und ihm die Wohnung als ‚Ausgangspunkt’ nicht mehr zur Verfügung stand. Wie sehr ihn das Thema beschäftigte, auch quälte, mag man daraus ersehen, dass er zeitweise an 14 Leinwänden gleichzeitig arbeitete.

Dann aber immer wieder auch der Süden, das Meer, dessen Licht und Farben ihn begeisterten und gleichzeitig herausforderten. „Es ist schrecklich schwierig“, schrieb er an Theodore Duret 1884, „es bedürfte einer Palette mir Diamanten und Juwelen“. Nun – so ganz weit davon war er nicht, wenn er im Bild ‚La Corniche De Monaco“ die sich emporschlängelnd e Küstenstraße malt. Unzählige Freunde der Yellow Press und Kenner des Fürstenhauses von Monaco werden sich beim Betrachten des Bildes daran erinnern, dass es eben diese damals noch nicht asphaltierte ‚Corniche’ war, deren kurvenreiches Geschlängel der Fürstin Gracia Patricia zum Verhängnis wurde.SK-A-1892

So bietet die Ausstellung für so Viele wunderbar Vieles. Vor allem aber ist sie eine fulminante Schau der großen Werke eines der größten Maler der damaligen Zeit, deren Betrachten geeignet ist, uns zu zeigen, dass es auf der Welt durchaus mehr gibt als diese derzeit wild um sich schlagenden Größenwahnsinnigen. Diesen ein gemaltes Trotzdem entgegen zu setzen – gerade dies kann und muss große Kunst leisten dürfen.

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