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Zwei mal eins

Es ist ja nicht so, dass einem in unserer eher ereignisarmen Stadt von Zeit zu Zeit nicht doch auch mal etwas Wunderliches begegnet. Also wird man sich darauf einzustellen haben, dass man eines Morgens vor dem Kiosk am Leos steht und vor sich ein junges Mädchen sieht. Sein Aussehen? Sehr nett, aber eher durchschnittlich. Mittelgroß, dabei kurze, sportliche Haare. Dabei trägt sie eine kräftigblau wattierte Sportjacke, dazu blaue Jeans und schwarze Boots mit kleinen Metallbeschlägen. Als ich den Blick wieder hebe, fällt mir die Brille auf, deren Bügel ebenfalls durch kleine Verzierungen geschmückt sind. Und ein farbiges Halstuch, das sie lässig um ihren Hals geschlungen hat.

Während ich noch überlege, ob ich der Nächste in der Reihe bin sehe ich eine weitere Kundin, die gleich daneben steht. Ihr Aussehen? Sehr nett, aber eher durchschnittlich. Sie trägt eine blaue Sportjacke. Ein kräftiges Blau, dazu blaue Jeans und schwarze Boots mit ein paar kleinen Metallbeschlägen. Mein Blick geht dann wieder nach oben. Dort fällt mir ihre Brille auf, deren Bügel durch kleine Verzierungen geschmückt war. Ach ja – das Mädchen war mittelgroß, die Haare kurz und sportlich. Ein Halstuch trägt sie auch, lässig verknotet. Und irgendwie denke ich – das Mädchen kennst du doch. Das hast du doch schon mal gesehen. Und auf einmal dämmert es mir, dass ich es hier mit Zwillingen zu tun habe, die sich bis aufs I-Tüpfelchen gleichen. Wie ein Ei dem anderen. Gleiche Größe, gleiches Aussehen, gleiche Bewegungen. Gleiches Halstuch, Schuhe, Brille. Alles gleich. Eineiig eben. Allerdings hatte es an dem Morgen eine furchtbar lange Zeit gedauert, bis ich das realisiert hatte.

Da war es ein schwacher Trost, dass ich am Abend zuvor nichts getrunken hatte.

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