Category Archives: Kultur

Allgemein Kultur

Lesen im Schatten

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Dieses Jahr wird uns ganz besonders in Erinnerung bleiben. Zum einen, weil in Klagenfurt beim Lesewettbewerb eine junge Frau namens Lea Schätte mit ihrem Buch „Das Schwarze an den Händen meines Vaters“ den Bachmann Preis gewonnen hat. Aber auch der Hitze wegen, die eine ungnädige Sonne verströmte und zwar dergestalt, dass augenscheinlich die Schatten knapp wurden.

Wäre so ein Schatten eine handelbare Ware, wäre der Preis ins unermessliche gestiegen. Ja, Sozialschwache hatten sich ihren persönlichen Schatten kaum mehr leisten können! Die Luft war so heiß, dass die Preise für einen richtigen Schatten in die Höhe schossen, ja, an manchen Orten drohten sie sogar auszugehen.

Und doch sieht es ganz danach aus, dass die Schatten nicht gänzlich verschwinden werden, sondern das nächste Jahr wieder kommen, vielleicht sogar etwas günstiger!

Den Lesern von Lena Schättes Buch wäre Ähnliches zu wünschen. Das wäre dann der nächste heiße Lesesommer.

Allgemein Kultur Menschen

Wirklich wichtig?

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Unruhe in Thüringen. Die KI ist da.

Die Empörungswelle droht überzuschwappen. Nachdem schon vor längerer Zeit der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Mario Voigt, eine Dissertation vorgelegt hatte, deren Inhalte man derzeit des Plagiats bezichtigt, kam jetzt heraus, dass es sich auch sein Mitarbeiterstab wohl etwas zu leicht gemacht hat. Offensichtlich auf Effizienz getrimmt, hatte der zuständige Referent (oder Referentin?) eine ganzen Rede für seinen Chef mit Hilfe der KI verfasst.

Zuvor hatte man wohl noch einen Gastbeitrag aus dem ministerialen Hause an die FAZ gegeben.  Den hatte man dort voller Stolz auch gleich ins Blatt gehievte. Plötzlich aber musst man feststellen, dass auch dieser Beitrag KI generiert war. Ordentlich beschämt, war man in der FAZ darauf hin ziemlich sauer. Nie mehr, so hieß es beleidigt, würde man in diesem Blatt noch irgendetwas von Herrn Voigt veröffentlichen.

Jetzt begann ein noch tieferes Schürfen. Und siehe: auch die Rede anlässlich der Befreiung von Auschwitz und Buchenwald war nicht handgemacht. Auch dieser Vorlage war KI zur Hand gegangen. Noch hat sich Michael Friedmann nicht zu Wort gemeldet. So zeichnet sich das volle Ausschöpfen des Erregungspotentials bislang noch nicht ganz ab.

Spätestens jetzt aber gilt es hier innezuhalten, und man muss fragen: Was ist denn eigentlich passiert? Es müsste doch weidlich bekannt sein, dass die Reden der Politiker  voller Plattitüden sind. Welcher der heutigen Politiker hätte sich einen Redeschreiber vom Schlage eines Klaus Harpprecht geleistet? Von dem stammte der prägnante Rede-Satz von Willy Brand: „Wir sind keine Erwählten; wir sind Gewählte. “ Und vielleicht fällt einem auch noch der J. F. Kennedy Satz ein: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du  für dein Land tun kannst“.

Mit derlei Griffigem wäre nach Lage der Dinge von Herrn Voigt  nicht zu rechnen gewesen. Nicht mit KI und schon gar nicht ohne. Und auch nicht von unserem Bundespräsidenten, dessen Feiertagsreden von ermüdender Banalität sind. Da sollte man den ReferentInnen  nicht vorwerfen, dass sie sich im Bewusstsein allseits erwünschter Effizienz der KI bedienen, anschließend in der Kantine noch einen Kaffee trinken und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Und wir alle fragen uns: was ist denn eigentlich passiert?

Allgemein Kultur Malen & Schnitzen

Kamera und Leinwand als Sparringpartner

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Das Museum Frieder Burda widmet dem Fotorealismus eine facettenreiche Schau

Waddington Custot © Ralph Goings, Goings Family Estate, 2026

Kreativ gesehen scheinbar ungefähr so anspruchsvoll wie Malen nach Zahlen: Ein Motiv mit der Kamera aufnehmen, ausdrucken, abmalen, fertig! Wer Fotorealismus auf diesen simplen Nenner bringt, sollte sich schleunigst im Museum Frieder Burda eines Besseren belehren lassen und reuig den über 30 internationalen Künstlern Abbitte leisten. „Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus“ ist die bis zum 2. August dauernde facettenreiche Ausstellung überschrieben, die in wirkungsvollem Kontrast zu der überaus erfolgreichen Liebermann-Schau im Meir-Bau steht.

Mit deutlichem Stolz präsentierte Dr. Daniel Zamani, künstlerischer Direktor des Museums, die von ihm kuratierte Ausstellung mit über 90 Werken – sowohl aus der hauseigenen Sammlung als auch hochkarätige Leihgaben aus rund 20 international bedeutenden Sammlungen. Was reizt Künstler an diesem Wettstreit zwischen Kamera, digitaler Technik, Sprühpistole, Pinsel
und Leinwand? Für Karin Kneffel, deren surrealistisch- faszinierende Arbeiten im Kabinett im Mezzanin zu finden sind, treffen im Ringen um das optimale Ergebnis Kamera und Leinwand als Sparringpartner aufeinander, die sich gegenseitig herausfordern. „Das Bild muss noch besser sein als die Fotografie“, lautet ihr Credo, dem wohl die meisten ihrer Kollegen/innen uneingeschränkt zustimmen würden. Dabei scheuen sie keineswegs vor optischen „fake news“ zurück: Was zunächst wie eine gekonnte Fotografie wirkt, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als vielschichtiger hyperrealer Bildkosmos.

Richard McLean, courtesy Louis K. Meisel, New York, 2026, Foto: Waddington Custot

Sieben Themenbereiche – jeder für sich eine bunte Kunst-Welt – erwarten die Besucher: Von den Anfängen im Amerika der 1960er Jahre, als die ersten Fotorealisten vor allem den auf Hochglanz getrimmten american way of life ironisierend in Szene setzten, über die Faszination von Chrom, Stahl und Glas der Autoindustrie und des Rennsports in Werken von Don Eddy oder Ron Kleemann bis zu Stillleben, deren malerischer Ursprung bekanntlich einige Jahrhunderte zurückliegt. Hier sind auch die Vintage-Spielzeugdarstellungen von Charles Bell vertreten, bunt, glänzend und scheinbar zum Greifen nah. „Betörende Bildräume“ schafft die bereits erwähnte Karin Kneffel mit viel
erzählerischer Emotion. Im 21. Jahrhundert trifft Pop-Erbe auf Digitalfotografie und sorgt für ganz neue Interpretationsmöglichkeiten im Dialog zwischen Kommerz und Konsum – beispielhaft hierfür steht die Bildserie „Ocean Waste“ von Raphaella Spence zur Verschmutzung der Weltmeere. In Zeiten unsäglicher Selfie-Lust wirken die großformatigen Porträts von Künstlern wie Craig Wylie oder Chuck Close und Johannes Müller-Franken fast verstörend in ihrer digitalen Perfektion.
Die Großstadt als Lebensraum – diesem Thema widmen sich zahlreiche Fotorealisten aus ihren unterschiedlichen Perspektiven auf New York oder London abseits üblicher Touristenblickwinkel. Nach dem Rundgang durch die Säle empfiehlt sich der Weg in das Untergeschoss. Hier zeigt das Multitalent Lars Eidinger seine Sicht auf die Welt per Smartphone: Momentaufnahmen, tragisch, komisch, unscheinbar und anrührend, außer Konkurrenz in dem Wettstreit mit der Wirklichkeit der malenden Fotorealisten in den oberen Stockwerken.
„Gehe mit offenen Augen durch diese Ausstellung“ – diesem Tipp für jugendliche Besucher im Kreativheft der Kunstwerkstatt ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. (Irene Schröder)

Infos: „Wettstreit mit der Wirklichkeit – 60 Jahre Fotorealismus“, Museum Frieder Burda, bis 2.
August 2026. Der Katalog zur Ausstellung (Hirmer Verlag) kostet 39 Euro.

Allgemein Kultur Musik

„Freude in das Kinderland“

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Wie die Hohner Melodica einmal die deutschen Kinderzimmer zum Klingen brachte

Ein Herr Dr. Dorner war 1958 Leiter der Abteilung Metallbau-Akkordeon bei der Firma Hohner.  Um die Firma zukunftssicher zu machen, kümmerte er sich vorrangig um die  Entwicklung neuer Instrumente. Das Gestalten der Zukunft – eine durchaus verantwortungsvolle Aufgabe.

Und doch: wer Zukünftiges denken soll, darf den Blick ruhig auch einmal auf die Vergangenheit richten. Dort richtete sich sein Blick womöglich auf den  Urahn der Dynastie, Matthias Hohner, der 1833 geboren war und mit seiner Gattin Anna dreizehn Kinder hatte. Vielleicht war es gerade diese Vorstellung, dass in grauer Vorzeit – das Land war arm – auf der Baar dreizehn junge Münder am selben Blockflötenmundstück nuckelten? Jedenfalls reifte in dem Ingenieur, neben der Erfindung der Melodica, auch die Idee, das Instrument mit unterschiedlich farbigen Mundstücken auszustatten. So konnte man  drohende innerfamiliäre Verwerfungen vermeiden. Ein Kind, ein Mundstück.

So war es das Jahr 1958, als Hohner das erste Instrument der neuen Instrumentenreihe, die SOPRANO MELODICA, auf den Markt brachte. Ein Instrument mit „Stummeltasten“ aus der Familie der Blasharmonikas, das „den eingeblasenen Luftstrom durch Drücken einer Taste in eine Kanzelle fließen“ lässt, so der damalige Prospekt. Ihr Klang ähnelte schon damals dem Klang eines Akkordeons. Ansonsten liegt man nicht falsch, wenn man in einer Melodica die neuzeitliche Fortschreibung der Idee ‚Flöte‘ sieht. Nicht zu teuer, leicht zu transportieren, einfach zu spielen. Das Plastikinstrument schlug damals ein wie die sprichwörtliche Bombe. Das war schon mal ein guter, ein sehr guter Anfang.

Doch ließ der schöne anfängliche Erfolg die Entwickler nicht ruhen. Schon 1961 schob man eine neue Variante nach. Die PIANO MELODICA. Sie bot zum ersten Mal eine vollwertige Klaviertastatur, war also irgendwie ‚erwachsen‘. Und doch war 1975 die Konkurrenz noch hart wie Holz. 4,3 Millionen Menschen hatten sich der Blockflöten verschrieben, die mit ihrem freundlich frömmelnden Holzton vergleichsweise bieder tönte. Alsbald aber lagen über eine Million Melodicas in deutschen Kinderzimmern. Entweder vom Christkind gebracht oder vom Vati gekauft. Das deutsche Kind war jetzt im Melodica Rausch. Orchester bildeten sich, Kinder musizierten; in Kindergärten, in Schulen, in den Wäldern. Überall wurden jetzt Mundstücke fröhlich eingespeichelt.

Und wie immer mal wieder, hatte die Firma Hohner das Glück des Tüchtigen. So etwa, als eines Tages Stevie Wonder das Hohner Clavinett für sich entdeckte und der Firma einen wahren Verkaufsboom verschaffte. In den 80er Jahren war der Funk ohne das Clavinett kaum vorstellbar. Ob Stevie Wonders ‚Superstition‘, Tina Turners ‚Nutbush City Limits‘ oder Pink Floyd ‚Shine On You Crazy Diamond‘ – wenige Produktionen kommen zu dieser Zeit ohne das Produkt aus Trossingen aus. Selbst dann, als die westdeutschen Kinderzimmer eine gewisse Melodica – Sättigung erreicht hatten, wurde kräftig weiterentwickelt. Nun aber für gehobene Bedürfnisse. Es entstand das ‚Piano 36 Professional‘ und andere, denn jetzt – oh Wunder! – hatte die die Popwelt das Instrument entdeckt. UB 40, Joe Jackson und die Bots, die Hooters und Depeche Mode, sie alle sahen in der Melodica eine willkommene Abrundung ihrer Klänge. Glückliche Zeiten!

Heute ist die Produktlinie auf drei Sparten zusammengeschmolzen, darunter das Modell ‚Airboard‘ in seiner bunt-ansprechenden Farbgebung ‚Rasta‘. Andere sind hinzugekommen. Mittlerweile gibt es auch einen sog. Anblasschlauch, der das kinderverbindende Mundstück überflüssig macht – obwohl es noch auf Lager ist! Selbst die Firma Hammond, bekannt durch Ihre legendäre Hammond Orgeln, hat nunmehr ein ähnliches Instrument im Angebot, freilich ungleich teurer.

Die Firma Hohner aber, jetzt in taiwanesischem Besitz, entwickelt weiter. Neue Produkte kommen auf den Markt, aber man kann fragen, ob die Melodica zu alter Blüte findet. Neue Instrumente wurden seither entwickelt. Keyboards wurden billiger, in ihren Möglichkeiten vielfältiger. Heute werden pro Jahr noch etwa sechzigtausend Melodicas hergestellt, ein deutlicher Rückgang. Warum ist nicht mehr alles so wie früher?

Darüber haben schon viele räsoniert. Z.B. der kaum entnazifizierte Chronist des Hauses, August Lämmle. Der machte schon Mitte der sechziger Jahre in seinem Band „Matthias Hohner – Leben und Werk“ den „Rückgang der Kinderzahl in allen Kulturstaaten“ für derlei Trends verantwortlich. Dadurch sei das Geschäft nicht einfacher geworden, denn schließlich will die Industrie „doch mit ihren Erzeugnissen in erster Linie vor allem Freude in das Kinderland tragen“.

Allgemein Kultur Malen & Schnitzen Menschen

Sphinx in Tracht

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Hoch droben im Schwarzwald liegt in überaus gesunder Luft der Ort Freiamt. Verschwindet dort die Sonne hinter den Bergen, versinkt die Welt in abendlicher Stille. Es ist eine Gegend, wo, so scheint’s, sich Hund und Katz‘ gute Nacht sagen.

Doch im Sommer, am Wochenende, bricht die Stille auf. Die Blaskapellen rufen zu Volksfesten, und aus den versprengten Weilern strömen Männer und Frauen in Tracht zum Festplatz, so, als gälte es, vor Touristen einem althergebrachten Bild zu entsprechen.

Doch hat das Bild ein jüngster Zeit eine neue Schattierung erfahren. Das Bild traditioneller Schwarzmädels und -buben hat sich gewandelt. Ja, manchmal scheint es, als hätte sich die Tracht in ihrer traditionellen Form langsam vom Acker gemacht.

Der, der diesen Wandel mit angestoßen hat, heißt Sebastian Wehrle. Einer aus dem Schwarzwald, der sich, nach seiner Ausbildung als Kachelofenbauer und einer 17.000 Km langen Fahrradreise durch Länder wie Peru und Patagonien frischen Wind hatte um die Nase wehen lassen. Dann war er endlich heimgekehrt, um hier, in seiner Heimat, die Tracht in neuem Licht zu zeigen.

Während also das „Schwarzwaldmädel“ in seiner Operettenfassung ein eher kümmerliches Dasein fristet, feiert es in den Fotoarbeiten des Künstlers fröhliche Auferstehung, freilich in etwas überarbeiteter Form.

Dabei scheinen die abgebildeten Trachtenträgerinnen eher nach der Titelseite der Vogue als nach dem Bauernkalender zu schielen. Als agierten sie in ihrer eigenen Welt, die nicht notwendigerweise der Stall ist. Wären wir hier im Feuilleton einer renommierten Zeitung, sprächen wie von ‚verstörend´, wie sich die Idee der Tracht in neuer Form findet. Brauchtum 2025 – irritierend? Es mag die Darstellung des Sujets sein, die unsere Aufmerksamkeit fordert, die Blicke der Abgebildeten, rätselhaft unnahbar, fast überstilisiert und zeitgeistig cool Sie zeigen tätowiert ihre Nasenpiercings,  und haben dabei so gar nichts gemein, mit den Nasenringen der abgelichteten Ochsen, die eine weitere Schattierung seines Schaffens zeigen.

Für Traditionalisten ein Graus. Als würden da Hühner gezüchtet, die eckige Eier legen. Das und vieles andere dürfte Sebastian Wehrle, der sich als Künstler sieht, bewusst sein. Es ist dieser ganz bestimmte Ausdruck, den er bei seinen Models sucht. „Ich habe dem Schwarzwald ein neues Gesicht verpasst“, formuliert er selbstbewusst und wundert sich kaum, dass die Gralshüter des Volkstümlichen auf diesen Angriff verschreckt reagieren. Das Trachtenmuseum in Haslach könnte man hier anführen, aber auch der ‚Bund Heimat und Volksleben´. Sie alle stehen irritiert und versteinert am Rande und schauen dem Zug der Zeit hinterher.

Die Tracht muss sich weiter entwickeln. Daran hält Wehrle eisern fest. So ist es nur logisch, dass sich die Art der Selbstdarstellung der Trägerinnen ebenfalls weiterentwickelt, so wie auch ihr Ausdruck, ihr ‚G´schau´, das mehr stylisch als kuhwarm, mehr cool als herzig ist.

Immerhin sind diese Bilder, diese Portraits teil eines Projekts, das etwa 2014 begann und sich bis heute auf beste entwickelt hat. Natürlich Männer, Frauen, Tiere. Dann aber auch Schwarzwaldlandschaften, auch Autos, alles Motive, die ihn inspirieren und fordern. Wehrle fotografiert selbst, er ist Autodidakt. Das Studio befindet sich derzeit noch in einem Haus von ca 120 qm, wo ein Zimmer abgedunkelt zur Alchemistenkammer umfunktioniert wird.

Fotografieren Sie Ihren Liebling? Auch das ist möglich, kostet aber aufwandbedingt ca. siebentausend Euro. Eingebunden sind da bis zu sechs Mitarbeiter, u.a. Garderobieren, Visagisten. Er meint es ernst; er ist gründlich. Selbst die Kühe, Ochsen und Geißen sind handverlesen, bevor ihnen der Schmuck ins borsteige Haar geflochten und Blumen aufgeklebt werden, handverlesen. Stillhalten ist dann das Gebot der Stunde. Nicht alle halten durch, was auch schon zum Abbruch des Shootings geführt hatte. Dann geht´s halt wieder in den Stall. Da ist Der Künstler schmerzfrei, was sicherlich auch daran liegt, dass er in seinem früheren Leben als Ofenbauer „traditionell konservativ“ aufgewachsen ist und früher bis zu vierzehn Stunden am Bau „gebuckelt“ hatte.

Den schmeißt so leicht nichts um, auch kein Stier, der sich aufgeklebten Blümchen verweigert.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Sebastian Wehrle

Kontakt über: assistenz@ sebastian-wehrle.de

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