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„…hicks! Schuldigung. Hihihi…“

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In Baden-Baden wird Glühwein getestet. Und der Lokalchef des ‚Badischen Tagblatt’ schreibt eine Glosse.

Wie’s halt so kommt im Leben. Nachdem der Redaktionsleiter Patrick Fritsch vor längerer Zeit aus nicht erklärten Gründen das ‚Badische Tagblatt’ verlassen hatte, war Harald Holzmann nachgerückt. Und er tat, was er konnte. Kritischen Journalismus wollte er pflegen, Beiträge redigieren.

Wo geboten, wollte er auch stilbildend eingreifen, hie und da sogar Überschriften setzen: „Auto fuhr über Bordstein hinaus“, ist eine solche, in der sich das große Stilempfinden kurz nach seinem Aufstieg schon mal andeutet. An anderer Stelle erfreute uns seine Redaktion mit der Erkenntnis: „Tulpen sind kein Eintagsfliegen“ und, so ließe sich ergänzen: Autos kein Bahnhof. Im Festungswerk in Rastatt „keimte im vergangenen Jahr Hoffnung auf“. Und eine Pressemeldung aus dem Rathaus ließ den Kollegen zu guter Letzt „dann noch leise aufseufzen“.

Gut, dass da einer ist, der das alles verantwortet.

Nachdem er hier erste Akzente gesetzt hatte, widmete er sich verstärkt seiner eigene Schreibe. So auch jetzt wieder in einer Glosse, die „Augenblick mal!“ heißt und uns auch diese mal wieder große Freude bereitet. „Doll im Kopp: Nur Silber fürs Rebland“, lesen wir in diesen Tagen. Saisonbedingt beschäftigt sich der Lokalchef an herausragender Stelle mit dem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Es war nämlich so, dass Natalie Lumpp, eine ausgewiesene Someliere, Verfasserin einer Vielzahl von Büchern zum Thema Wein, dazu Weinfachfrau in unzähligen Sendungen des SWR und neuerdings auch noch Jurorin des renommierten Gault Millau, auf dem Weihnachtsmarkt eine Verkostung der dort ausgeschenkten Glühweine vornahm.

Ein nicht unbilliges Vorgehen. Denn wer jemals durch übermässigen Glühweingenuss seiner Vorfesttagsfreude Ausdruck verliehen hat, der weiß, dass die Qualität des Weines für das Wohlbefinden am nächsten Morgen eine nicht unbeträchtliche Rolle spielt. Mit der Weinverkostung galt es also herauszufinden, wessen Weihnachtstrunk am besten schmeckt und uns zudem keine Kopfschmerzen beschert. So weit, so gut.

Nun begab es sich aber, dass für dieses mal ein österreichischer Wein, nicht aber ein hiesiges Produkt,  den 1. Platz besetzte. Der Schaden schien überschaubar, denn unmittelbar danach kam  ein  Wein des Hauenebersteiner Weingutes Maier, der sich den Platz freilich mit einem Pfälzer Wein teilte.

Egal. Das kam bei dem Journalisten und Lokalpatrioten Holzmann gar nicht gut an. Da der Bewertung ein Verkosten von zwanzig verschiedenen Weinen vorangegangen war, glaubte er davon ausgehen zu können, dass die Testerin ihre Arbeit in zunehmend trunkenem Zustand verrichtet hatte. Schon möglich, dass er das Prinzip einer Weinverkostung (testen, nicht schlucken) so recht nicht realisierte, denn er versank in tiefe Ratlosigkeit, wie Natalie Lumpp so viel Alkohol überhaupt  zu sich nehmen konnte.  So war es nur zu verständlich, dass er  die Testfähigkeit der Person als solche anzweifelte.

Seinen Beitrag schloss er folgerichtig in lautmalenden Worten. „Die had nen gans schön hefdiche Schob, diese Lumpp – hicks! Schuldigung. Hihihi…“

Einem wird’s gefallen haben: dem Baden-Badener CDU Stadtrat Klaus Bloedt – Werner, der sich wohl „zum Werbetrommler für gute Tröpfchen aus dem Rebland aufgeschwungen“ hatte. Dahingestellt muss fürs erste jetzt mal bleibe, wie man es schafft, sich als „Werbetrommler“ zu irgendetwas aufzuschwingen.   In jedem Fall geschafft hat es Harald Holzmann, sich tief ins vorweihnachtliche Herz eines CDU Lokalpolitikers hineinzuschreiben.

Vielleicht sinnt  der Lokalchef schon über die nächste Glosse nach. Ansonsten will er jetzt erst mal den kalten Weihnachtsmarkt besuchen. Bei dem Gedanken wird ihm  schon ganz warm ums Herz.  „Vielleicht dreff isch ja sogar den Glaus vonner Se-De U.“

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Weg da!

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Mit der Politik geht es vorwärts. Auf der Autobahn.

Ich hatte mir das Datum genau gemerkt. Es war am 14. September diesen Jahres, als ich mit meinem Audi auf der Autobahn A 5 behutsam nach Norden rollte.

Das hatte an diesem Tag nichts mit meiner üblich kontemplativen  Fahrweise zu tun. Die Schleichfahrt  war vielmehr  geboten, da es  in Strömen goss, weshalb der Verkehr eher schwamm als dass er fuhr.

Nun ist es ja bedauerlicherweise nicht so, dass alle Verkehrsteilnehmer ein Unwetter im gleichen Maße als geschwindigkeitsreduzierend ansehen. Wer die Werbeversprechen der Reifenhersteller ernst nimmt, könne tatsächlich meinen, dass die Gesetze der Physik nicht für alle gelten; eine leider bittere Erkenntnis. Allerdings, auch das muss gesagt werden, passten an diesem Tag die meisten Verkehrsteilnehmer  ihr Tempo den Wetterbedingungen an. Das heißt: die meisten, aber eben nicht alle. Denn von hinten näherten sich mit Blaulicht und lärmendem Martinshorn mehrere Fahrzeuge, die, trotz stärksten Regens – man muss es hier mal so sagen – auf der Autobahn die Sau rausließen.

Unzweifelhaft gibt es  Situationen, da brachiale Fahrgewalt geboten ist, etwa wenn ein Notarzt dringend benötigt oder die Feuerwehr zu einem Einsatz gerufen wird. Da macht man gern Platz, wünscht alles Gute und denkt: hoffentlich kommen sie nicht zu spät.

Anders beim Einsatz des Blaulichts an diesem regenschweren Tag. Da waren selbst durch den Gischtschleier vier schwere schwarze Limousinen mit Stuttgarter Kennzeichen zu erkennen. Man wird nicht fehlgehen in der Annahme, dass es sich bei dieser Kamikazenfahrt keineswegs um einen Krankentransport handelt, sondern um den Transport eines Spitzenpolitikers vom Wirkungsort A zum Wirkungsort B.

Wer im einzelnen diese alle Verkehrsteilnehmer gefährdende Horrorfahrt angeordnet hatte, dürfte schwer zu eruieren sein. War es der Ministerpräsident? Wer seine übliche Redegeschwindigkeit kennt, ist geneigt, zu sagen: eher nicht. Oder war es der ehemalige Ministerpräsident Günther Oettinger, gehandelt als möglicher Wirtschaftsminister im Kabinett Merkel, der auf der A 5 zum Bewerbungsgespräch rast?

Dieselkritische Geister hatten immer wieder darauf hingewiesen, dass die Feinstaubbelastung die Mortalitätsrate der belasteten Anwohner stark in die Höhe treibt.  Die Schuld mag man vor allem auch beim politischen Personal sehen, das sich offensichtlich weigert, diesem Übel entschlossen zu begegnen.  Doch muss das nicht zwingend so sein.

Trotzdem wird vor Entwarnung gewarnt.

Denn wer als Wähler bis dato nicht Opfer der Dieselabgase geworden war, der hätte an diesem verregneten Tag auf der A 5  durchaus Gefahr laufen können, durch die Fahrpraxis unserer Amtsträger zu Schaden zu kommen. Und zwar nachhaltig.

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„BÜRGERORIENTIERT UND INTENSIV“ Teil 2

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WIE DIE OBERBÜRGERMEISTERIN MARGRET MERGEN BADEN-BADEN IN DIE ZUKUNFT FÜHRT

Der große Dienstweg

Dabei dürfe sich die „Verwaltung nicht ständig in der Komfortzone“ bewegen. Ihren Führungsstil umschreibt sie als „fordernd und kooperativ“, wobei Ersteres hängenbleibt, Letzteres der Erläuterung bedarf. Interdisziplinäres Arbeiten hält sie für zentral. Vernetzte Lösungen finden, das sei das Gebot der Stunde. Und stößt sie – wie einmal geschehen – auf einen Mitarbeiter, der seit 45 Jahren im selben Büro dieselben Vorgänge abarbeitet, da schaudert sie innerlich. Hier sieht sie Gesprächsbedarf.

Ein Arbeitsstil, wie ihn der vormalige OB von Berlin, Klaus Wowereit, gepflegt hatte, scheint ihr eher befremdlich. Wie ihr auch dessen Selbstdarstellungsbedürfnis weitgehend fremd ist. Kaum vorstellbar, dass sie den roten Teppich, über den sie manchmal schreiten soll, auch noch mitbrächte.

Erlebt man sie im Gespräch ist sie eher sachlich, themenorientiert. Aber kann sie auch anders, allerdings eher selten und nur ein bisschen. Wie sie mit feiner Ironie auf die fünf Datteln verweist, die ihr zum Gespräch über das Neue Schloss von der derzeitigen Eignerin, der kuweitischen Geschäftsfrau Fawzia al-Hassaw, als Präsent  übereignet wurden, zeigt sich: sie könnte, wenn sie wollte.

Ansonsten ist das Thema ‚Schloss‘ ein wichtiges Thema ihrer Amtszeit. Man könnet auch sagen: ein Sorgenfall. Frau Mergen wünscht inständig, Baden-Baden gerade dieses Wahrzeichen, mit Leben gefüllt, erhalten zu können. Gerade dies liegt ihr – aber so würde es sie nie formulieren – am Herzen.

 Ortstermin Einweihung Gewerbepark ‚Bollgraben‘ in Steinbach.

Klar ist, dass Baden-Baden von seiner städtebaulichen Schönheit allein nicht leben kann. So gilt es, neue Flächen für wirtschaftliche Nutzung auszuweisen. Noch vor Baubeginn am Anfang Juli dieses Jahres der Eröffnungstermin. Es gibt Gebäck, Kaffee, Brezeln, Mineralwasser, alkoholfreies Bier und Fanta. Anwesend sämtliche an dem Projekt Beteiligte. Bürgermeister, Ortsvorsteher, Projektleiter. Ein schöner sonniger Tag. Die meisten Herren in legerer Kleidung, kurzärmeliges Hemd. Falls sie sich in beruflicher Hinsicht eine kleine Sentimentalität erlauben wollte, dann ist es allenfalls dies: unmittelbar nach Amtsantritt hat es sie schon überrascht, wie sehr sich die Baden-Badener mit ihrer Stadt identifizieren und diese ungefragt als die Allerschönste bezeichnen. Diesem Gefühl weiter Nahrung zu geben das, so scheint es, ist für Margret Mergen der Antrieb, vor dessen Hintergrund sie das Durchtakten ihre Arbeitstages als ‚Quan­ti­té né­g­li­gea­b­le‘ sieht.

Mit Bedauern erlebt sie, dass dann eben dieselben Bürgerinnen und Bürger dann aber wieder überaus konservativ sind, wenn es darum geht, sinnvolle städtebauliche Veränderungen in den Weg zu leiten. Das nimmt sie in Kauf und findet es schade. Aber sie arbeitet daran. Da ist sie Profi.

Ortstermin Einweihung Gewerbepark ‚Bollgraben‘ in Steinbach.

Büro OB Margret Mergen ist bereits vor Ort. Pünktlich und emissionsfrei. Bei der Zeremonie dabei auch eine Vertreterin der Grünen, die mit ihrem blütenweißen Kleid an diesem Festtag einen gleißend hellen Kontrapunkt zu den vielen ‚Lerros‘- Hemden setzt. Smalltalk. Es wird über dieses, aber auch über jenes gesprochen. Die meisten kennen sich.

Die vorsichtig vorgetragene Anmerkung eines Anwesenden, dass der Landverbrauch durch Ansiedlungen von Gewerbe gerade in der Rheinebene vielleicht mal ein Thema sein könnte, befremdet eher. Ja, ja, sagt die Vertreterin der Grünen, da könne sie aber nichts machen. Das sei Sache von Stuttgart. Danach greift sie mit ihrer gepflegter Hand nach einer Schneckennudel und man ahnt: die Grünen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Dies zu erkennen ist der Oberbürgermeisterin in dem Moment freilich nicht vergönnt. Zwischen zwei eng getakteten Terminen glaubte sie einen Augenblick Zeit für sich zu finden. Bei einer trockenen Brezel und stillem Wasser möchte sie kurz Luft holen. Als sie die Brezel zu Munde führt, naht auch schon eine Bürgerin, den Moment  einer gewissen Hilflosigkeit ausnützend, um ihrer Oberbürgermeisterin jetzt einmal zu sagen, was sie ihr schon immer sagen wollte.

Es sind vielleicht gerade diese Momente, die für einen Außenstehenden ein solches öffentliches Amt nur bedingt erstrebenswert erscheinen lassen. Eingeklemmt zwischen Terminen, selten einen Moment der Privatheit genießend, nach außen hin sich locker und jovial gebend und sich doch zum äußersten kontrollierend – all das muss man wollen. All das muss man wirklich wollen.

Margret Mergen will es.

 

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Der Übel-Täter

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Gut, dass wir sie haben. Die Polizei hilft, wo sie kann.

Wer würde uns nicht zustimmen, wenn wir hier festhalten, dass der Beruf des Polizisten außerordentlich vielfältig ist. So war erst kürzlich zu lesen, dass ein Mann in Freiburg beim Niesen auf einer Brücke seinen Zahnersatz verloren hatte. Der war ihm durch das Geländer gefallen und prompt auf der darunterliegenden Bundesstraße gelandet. Glücklicherweise war die Polizei zugegen. So konnte sie den Zahnlosen davon abhalten, „auf eigene Faust auf der vielbefahrenen Straße nach seinen Zähnen zu suchen“. Es wäre umsonst gewesen. Denn obwohl sich die Polizei an der Suche beteiligte, blieb der Zahnersatz „unauffindbar“, konnte also seiner ursprünglichen Aufgabe nicht mehr zugeführt werden.

Anders in Baden-Baden. Dort gelang es den Ordnungshütern tatsächlich ein Problem zu lösen, auch wenn die Situation eine gänzlich andere war. Der Anlass war eine sogenannte ‚Überführung’.

Eine solche ist z.B. vorgesehen, wenn ein Verdächtiger – sagen wir mal – vom Gefängnis in den Gerichtssaal gebracht oder ein sonstiger gerichtsverwertbarer Mensch mit einem Fahrzeug von A nach B ‚überstellt‘ werden muss. Um einen solchen Vorgang zu einem guten Ende zu bringen, muss die Polizei unbedingt eingebunden werden. Wie es sich erst jetzt wieder in Baden-Baden gezeigt hat, können die Herausforderungen des Vorgangs durchaus gravierend sein.

Wäre man neulich über die B 500 stadtauswärts gefahren,  hätte man in der weiten Kurve auf der Höhe der Gemarkung Wörthböschel u.U. einen Streifenwagen bemerkt, der mit eingeschaltetem Blaulicht auf der rechten Spur stand. Neben dem Streifenwagen zwei Polizisten, die den Ort sicherten. Der Anlass war eher ungewöhnlich. Im vorliegenden Fall drehte es sich nicht so sehr darum, ein Gebiss zu bergen, sondern es galt, einem mutmaßlichen Straftäter, dem während der Fahrt plötzlich übel geworden war, zu ermöglichen, sich außerhalb des Dienstfahrzeugs auf der B 500 zu übergeben.

Fast überflüssig anzumerken, dass die Beamten mit großer Umsicht darauf achteten, mögliche Fluchtgedanken seitens des zu Überführenden schon im Keime zu ersticken.

Wir wollen jetzt nicht am Fahrstil der Beamten rummäkeln. Auch steht die juristische Bewertung der Tat des möglicherweise straffällig Gewordenen noch aus; vielleicht hatte der Mann tatsächlich Übles getan, vielleicht aber war ihm einfach nur übel geworden.

In jedem Fall aber ist es nur zu verständlich, wenn wir hier jetzt einmal ungeschützt von einem sogenannten Übel-Täter sprechen.

 

 

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Ein Vorschlag zur Güte…

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fittosize__462_0_978209232567e6ef3d8a59c101e80cf3_g20_logo-bb….zum G 20 Gipfel in Baden-Baden

Außer den unterdrückten Begeisterungsrufen der Hotelbesitzer über die Komplettbelegung ihrer Häuser ist derzeit in Baden-Baden wenig Euphorie zu spüren.

„…und das wegen so ein paar Politikern?“, fragt sich da einer in der befriedeten Innenstadt. Ein anderer nennt die Tagungsteilnehmer des G20 Gipfels grimmig „Insolvenzverschlepper“. Eine Passantin schüttelt fassungslos den Kopf über das Zuschütten der Baustelle am Leo: „Die treffen sich doch ohnehin jede Woche irgendwo“.

 

Ob die Stadt wirklich davon profitiert, dass der Gipfel hier stattfindet? Der G 20 Gipfel, eine PR Veranstaltung für Baden-Baden, die den Aufwand lohnt?

Ortswechsel. Noch immer könnte man darauf hinzuweisen, dass das Dayton Abkommen, das Serben und Kroaten zusammenzwang, auf einem Militärflugplatz im tiefsten Ohio stattfand. Und dort unter reichlich kargen Umständen, die der damalige amerikanische Verhandlungsführer, der als beinhart bekannte Richard Holbrooke, als durchaus ergebnisfördernd ansah. Nicht nachzuprüfen ist, ob es tatsächlich stimmt, dass eine Verhandlungsrunde unter dem Flügel eines B 52 Bombers abgehalten wurde, und der damalige Verhandlungsführer darauf hinwies, dass dieser Bomber zum Einsatz käme, wenn hier und jetzt keine Einigung zustande käme.

20170317_115633So weit wollen wir hier nicht gehen. Aber man könnte trotzdem fragen, ob es – auch angesichts des enormen personellen und finanziellen Aufwands, der für solche Gipfel getrieben wird (G 7 Gipfel in Elmau, so der Bund der Steuerzahler, soll ca 360 Mio gekostet haben), es nicht sinnvoller wäre, auch hier, in Deutschland, solche Gipfeltreffen nicht ebenfalls auf einem ohnehin gesicherten Flugplatz stattfinden zu lassen?

Hier böte sich aus gegebenem Anlass der noch nicht in Dienst genommene Flughafen in Berlin an. Dort würden solche Tagungen niemanden stören. Hotels sind vorhanden, Platz und Tagungsräume ebenfalls. Die Herrschaften könnten in Tegel einfliegen und würden dann zwecks Tagung nach Berlin Schönefeld gebracht. Politiker und der dazu gehörende Beamtenstab residieren ohnehin in der Hauptstadt. Dass dies zu einer zu zunehmenden Entfremdung der Politik von ihren Wählern führen würde, kann im Ernst niemand anführen.Da auch in Baden-Baden das derzeitige Treffen unter gänzlichem Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet und von den ansonsten wenig prominenten Tagungsteilnehmern hier ohnehin nichts zu sehen ist, wäre so ein Vorschlag durchaus einmal zu prüfen. Es ist ja nunmehr so, dass neben der Wiederinstandsetzung der Leo-Baustelle auch ganz andere, letztlich in ihrer Höhe noch nicht zu beziffernde Kosten anfallen.

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Wer z.B. entschädigte die Geschäftsleute für entgangene Umsätze? Wer kommt für den Verdienstausfall der Kutschenbetreiber auf? Und beim Eiscafe ‚Capri’ hat man wohl darauf bestanden, dass aus sicherheitsrelevanten Gründen auf eine Bestuhlung im Freien verzichtet wird.

Könnte ja sein, dass das Sicherheitskonzept auch vorsieht, mögliche Gefährder vom Latte Macciato abzuschneiden.

 

PS Falls aber so ein Treffen unbedingt im Badischen stattfinden soll, hätten wir noch die ‚Bühlerhöhe‘ anzubieten. Dort müsste ohnehin mal wieder renoviert werden. Das könnte die Bundesregierung dann übernehmen. Und überhaupt ist dort oben die Luft besser.

 

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