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Der Vogel in seinem Paradies Teil 1

Wie Olivier Maugé in Baden-Baden die Große Rennwoche noch ein bisschen bunter macht  

IMG_0560Diese Nische ist voller Farbe. Hier ein kräftiges Rot, dort ein entschlossenes Gelb. Auch Blau und Grün entzücken das Auge. Das Ganze gern auch als Blumenmuster, liebevoll gepflegt von Olivier Mauge, der kundig über die florale Farbenpracht streicht. Er weiß, in welchen Farben und Stoffen sich seine Kundinnen auch in diesem Jahr wieder gefallen.

Er fühlt sich wohl in dem Modesegment, das er seine Nische bezeichnet. Er kennt seine Kundschaft. Man verrät  kein Geheimnis, wenn man die Käuferschicht mit einem Wort von Thomas Mann skizziert: diese sei weitgehend „frei von pekuniären Unstatten“. Am Geld wird es also nicht scheitern betritt eine Stammkundin das Haus um sich ein Kleid schneidern zu lassen. Und sollte es dem Sitz der Kreation dienen, wird Madame auch noch die vierte Anprobe möglich machen. Die Tage wollen gestaltet sein.

Feminine Mode, dafür schlägt sein Herz, dafür steht er. Für eine Kundschaft, die es gewohnt ist, anfertigen zu lassen, individuelle Beratung inklusiv. Exklusiv wiederum sind die Stoffe, die er in den Zentren der Stoffherstellung aufwändig aussucht. In Como, Florenz, Rom. Dann schafft er – wie ein Jäger seine Beute – die gewebten und bedruckten Schätze nach Baden-Baden, um hier einen ihn rundum befriedigenden Kampf gegen die Tristesse schwarzer Kleidung zu führen. Das Schwarz ist für ihn ein Grauen.

Natürlich, sagt er und wird leidenschaftlich, macht man bei Schwarz nichts falsch. Ein junges frisches Mädchen kann sich schwarz anziehen „bis obbe nuff“. Aber die Dame 40 Plus? Ihr verordnet er Farbe, modische Individualität. Das Schwarz weg vom Körper, weg vom Gesicht!  Anders als die Französin, mache die deutsche Frau „nicht das größte Make Up“. Deshalb rät er dringend zu Farbe. Aber Obacht: billiges Bunt ist gefährlich, ach was, grässlich. Deshalb achte man auf Qualität. Man muss wissen, wie man mit Farbe umgeht, sie kombiniert. Gut beraten, gut eingekleidet, das lässt die Damen der fortgeschrittenen Altersklassen wieder leuchten, strahlen. Wie neu.

So wie die Russinnen, deren Freude an der Farbe ihn entzückt. Anders als viele Deutsche hat die Russin Freude an der Mode: „Von hier bis an den Blumenbrunnen kannst du sehen, wenn eine Russin kommt“. Ansonsten seien sie modebewusst, „treu und nett“. Das alles rundet aufs schönste ab was man die  Passion des Olivier Mauge nennen könnte.  Der Damenschneider als Missionar.

 Der Glaube an die Sache geht nun schon ins vierzigste Jahr. …

 

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Herrliche Texte. Wunderbar.

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