Allgemein Essen & Trinken

Das Salz in der Suppe

Wir hatten vor längerer Zeit* darüber berichtet, wie Vincent Klink einmal an den Rechten, also an einen weiblichen Gast kam. Ihr hatte das Essen nicht so richtig geschmeckt, und das gab sie ihm auch deutlich zu verstehen. Was wiederum Vincent Klink nicht so richtig schmeckte.
Dass das Vorgefallene keineswegs ein Einzelfall war, wurde mir klar, als auch mich nach einem durchaus guten Essen der Koch fragte, ob es geschmeckt hätte. Es sei soweit in Ordnung gewesen, sagte ich ihm, aber mir hätte Salz gefehlt. Er sah mich an, als hätte er auf eine Chilli Schote gebissen.
Nun erläuterte er mir weitschweifig, dass viele Gäste Probleme mit Salz hätten. Sie hielten es für ungesund usw. usw.
Mir egal. Ich finde, sparsam gesalzenes Essen einfach nur fad. Dass ich nachsalzen kann, interessiert mich in dem Zusammenhang nicht die Bohne. Es macht für mich einen großen Unterschied, ob ein Stück Fleisch vor dem Braten ordentlich gesalzen wurde oder eben nicht. Im übrigen habe ich Null Bock mich nach den Geschmacksvorgaben von Leuten zu richten, für die salzarmes Essen die Spitze der Geschmackspyramide darstellt. Und die nach dem salzlosen Mahl und zwei Hefeweizen sich mit Übergewicht auf ihr Elektrofahrrad wuchten, um beim Wegfahren dann noch zu dozieren, dass Salz ungesund sei.
Wer weiß, welche Mühen unsere Vorfahren auf sich genommen hatten, um an Salz zu kommen, der versteht, warum ich auf einem vernünftig gesalzenen Braten bestehe. Jeder Koch sollte im übrigen wissen, wie sein Essen zu schmecken hat. Selbst den zunehmend unlustigen Wolfgang Siebeck weiß ich hier an meiner Seite. Ihm, der uns lehrte, was gutes Essen ist und seit Jahren hoch über den Geschmacksuntiefen des gemeinen Essers in einem Schloss über dem Städtchen Mahlberg residiert, kann ich nur zustimmen, wenn er sagt: „Es fehlt immer und überall Salz“.

Ach, wie so oft hat er Recht, der große Alte.

* (siehe Beitrag ‚Besuch beim Kunden’ v. 13.10.14 – ‚Essen und Trinken’)

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